Norderstedt
Bad Bramstedt/Samos

Bundespolizisten retten 700 Flüchtlinge

Ein Bundespolizist rettet mit einem Beiboot Flüchtlinge

Ein Bundespolizist rettet mit einem Beiboot Flüchtlinge

Foto: Bundespolizei

Einsatz von Beamten der Direktion Bad Bramstedt bis zum 31. Dezember verlängert. Schleuserboote sind zumeist nicht seetauglich.

Bad Bramstedt/Samos.  Drei Monate nach Beginn ihres Einsatzes vor der griechischen Insel Samos zieht die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt eine positive Bilanz. „Mehr als 700 Menschen konnten durch die beiden Kontroll- und Streifenboote BP 62 ,Börde’ und BP 64 ,Uckermark’ aus akuter Seenot vor der griechischen Ägäis-Insel gerettet werden“, sagt Bundespolizeisprecher Matthias Menge. „Zwei Schleuser konnte die Bundespolizei den griechischen Behörden übergeben, die für die strafrechtliche Verfolgung zuständig sind.“

30 Beamte der Direktion sind mit ihren Booten auf dem Mittelmeer unterwegs und überwachen die Gewässer des türkisch-griechischen Grenzgebiets. Die Region wird immer wieder von Schleusern genutzt, um Flüchtlinge aus der Türkei in die Europäische Union zu bringen. An der engsten Stelle liegen zwischen Samos und der Türkei nur 1700 Meter.

„Insgesamt hat der Zustrom von Migranten nach Samos jedoch in den letzten sechs Wochen deutlich abgenommen“, sagt Menge. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan und aus dem Irak.

Kriminelle Schleuserbanden nutzen die Not der Migranten aus und organisieren für hohe Bargeldbeträge die Überfahrten nach Samos mit seeuntüchtigen Schlauchbooten, die gerade mal für einen Strandurlaub taugen, sagt Menge. Bei den nächtlichen Streifenfahrten treffen die Bundespolizisten immer wieder auf überbesetzte Schlauchboote mit vierzig oder mehr Migranten. Viele Boote werden mit seeuntauglichen Elektromotoren angetrieben.

„Viele Einsätze auf See verliefen bisher glimpflich, und wir konnten viele Menschenleben retten“, berichtet Stefan Wendrich, Leitender Polizeidirektor und Leiter der Bundespolizei See. „Wir haben aber auch Einsätze mit gekenterten Booten erlebt, bei denen Erwachsene und Kinder ertrunken sind. Das geht nicht spurlos an den Besatzungen vorbei.“ Die Bundespolizei unterstütze die Beamten bei der Bewältigung der Einsätze vor Ort und bei der Rückkehr nach Deutschland.

Für die Bundespolizisten aus den Direktionsstandorten Neustadt/Holstein, Warnemünde und Cuxhaven ist der Einsatz vor Samos der erste im Ausland. Sie gehören der europäischen Grenzschutzmission Frontex an, zu deren Aufgaben auch die Bekämpfung der Schleuserkriminalität gehört. Die Polizisten sind im regulären Dienst auf Nord- und Ostsee unterwegs und sichern die deutschen Grenzen.

Der Frontex-Einsatz der Streifenboote der Bundespolizei war zunächst bis zum 31. Mai geplant und wurde jetzt bis zum 31. Dezember verlängert. Die Kontingente der eingesetzten Beamten wechseln inzwischen im Vier-Wochen-Rhythmus.