Norderstedt
Kreis Segeberg

Staatsanwalt klagt eine Diebesbande an

Foto: Michael Rauhe

Auf das Konto der acht Täter aus Litauen gehen hunderte Diebstähle – Die Serie begann in der Gemeinde Henstedt-Ulzburg.

Kreis Segeberg.  Die Staatsanwaltschaft Kiel hat Anklage gegen acht Litauer wegen schweren Bandendieb­stahls und schwerer Bandenhehlerei erhoben. Die Männer im Alter zwischen 23 und 39 Jahren sollen seit 2013 mehrere 100 Straftaten begangen haben. Zumeist stahlen sie hochwertige Autos und Navigationsgeräte und verkauften sie in ihrem Heimatland. Außerdem stieg die Bande in Wohnhäuser ein, durchwühlte die Zimmer und ließ Schmuck und Bargeld mitgehen. Die Schäden werden mindestens auf eine sechsstellige Höhe geschätzt.

Die erste Tat, die der Bande eindeutig zugeordnet werden kann, datiert vom 10. September 2013 in Henstedt-Ulzburg. Weitere Diebstähle im Raum Norderstedt folgten. Hinzu kamen hunderte Diebstähle in anderen Orten Schleswig-Holsteins sowie in Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Dem 23-Jährigen werden 109 Diebstähle zur Last gelegt. Zwei weitere Täter müssen sich für 80 Straftaten verantworten. Die Mitglieder der Bande sitzen in unterschiedlichen Untersuchungshaftanstalten ein. Staatsanwalt Axel Bieler geht davon aus, dass der Prozess zügig beginnen wird.

Ermittelt wird außerdem gegen sechs weitere Täter. Einer wird noch gesucht, ein weiterer sitzt in Auslieferungshaft. Andere müssen sich vor Jugendgerichten verantworten. Die komplette Bande war im Oktober 2015 nach einer bislang einmaligen Gemeinschaftsaktion von 170 deutschen und 30 litauischen Polizisten sowie mehrerer Staatsanwälte aus beiden Ländern festgenommen worden.

Möglicherweise wird das Landgericht Kiel das Verfahren nach Schleswig verlegen. Die Sicherheitsstandards im Gericht sind dort höher. Außerdem bietet der Saal mehr Platz für Verteidiger, Dolmetscher und Zuschauer. In Schleswig statt in Kiel stehen derzeit bereits zwölf brutale Juwelenräuber aus Litauen vor Gericht.