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Nach Sex-Attacken: Arriba verstärkt Security im Bad

Die Wasserrutsche im Arriba Erlebnisbad in Norderstedt. Hier kam es schon in der Vergangenheit zu sexuellen Übergriffen

Foto: imago/Lars Berg

Die Wasserrutsche im Arriba Erlebnisbad in Norderstedt. Hier kam es schon in der Vergangenheit zu sexuellen Übergriffen

Sicherheitspersonal wird für Badegäste nicht zu erkennen sein. Außerdem will das Erlebnisbad in Norderstedt mehr Kameras einsetzen.

Norderstedt.  Nach den sexuellen Attacken zweier afghanischer Flüchtlinge im Arriba Erlebnisbad in Norderstedt reagiert die Geschäftsleitung des städtischen Bades mit einer Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen.

Zu den 48 Überwachungskameras, die ohnehin schon seit Jahren im Einsatz sind, werden jetzt weitere hinzu kommen. Außerdem sagte Arriba-Geschäftsführer Ruud Swaen, dass das Security-Team des Bades um weitere drei Mann aufgestockt wird. "Wir geben im Jahr 250.000 Euro für die Security bei uns aus."

Wie viele Sicherheitskräfte insgesamt im Einsatz sind, will er nicht sagen. Außerdem kündigt er an, dass die Einsatzkräfte künftig wie ganz normale Badegäste im Bad verteilt zum Einsatz kommen. Potenzielle Täter sollen weder wissen, mit wie vielen Sicherheitsleuten sie es zu tun haben, noch sollen sie die Einsatzkräfte erkennen können.

Durchgestrichene Hand bedeutet: Angrapsch-Verbot

Bernd Olaf Struppek, Sprecher der Stadt Norderstedt sagte, dass die Überlegungen für die Verschärfung der Security direkt nach dem Vorfall an der Wildwasserrutsche am vergangenen Sonntag unter Beteiligung von der Polizei, Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote und der Arriba-Geschäftsleitung begonnen hätten. "Wir werden an der Wildwasserrutsche nun Zeiten einführen, zu denen nur Frauen oder nur Kinder rutschen dürfen", sagt Struppek. Außerdem soll die Beschilderung erweitert und durch zusätzliche Landessprachen ergänzt werden. Künftig wird es auch eine durchgestrichene Hand auf den Schildern zu sehen geben: Sie weist auf das Verbot des "Angrabschens" hin.

Spezielle Angebote für Flüchtlinge, bei denen die Baderegeln erklärt werden, lehnen Stadt und Arriba ab. "Im Arriba sind alle Besucher Gäste – egal aus welchem Land sie kommen, welche Hautfarbe sie haben oder welcher Religion sie angehören", sagt Struppek. "Wir müssen Ausländern nicht gesondert die Regeln erklären." Die Security handle strikt nach Verhalten im Bad und nach keinen anderen Kriterien.

Mit der Flüchtlingsbeauftragten der Stadt Norderstedt, Susanne Martin hatte sich Arriba-Geschäftsführer Swaen in Verbindung gesetzt. "Sie sagte mir, dass alle in Norderstedt lebenden Flüchtlinge über die Baderegeln und das Verhalten im Schwimmbad Bescheid wüssten. Da brauche es keine weiteren Erklärungen." Die 14- und 34-jährigen Täter stammen aus Ellerau und Bremen.

Sicherheitskräfte arbeiten mit Polizei zusammen

Die Sicherheitskräfte im Arriba arbeiten seit Jahren eng mit der Polizei zusammen, um Zwischenfälle im Bad zu ahnden. Im vergangenen Jahr gab es im Arriba 226 Polizeieinsätze. Schwerpunkte sind Diebstahl, Trunkenheit, aber auch Fehlverhalten im Bad. "Wenn jemand ständig vom Beckenrand springt, bekommt er irgendwann ein Hausverbot erteilt. Dazu müssen wir zur Feststellung der Personalien die Polizei rufen", sagt Swaen.

2015 wurden in dem Erlebnisbad, das mit 800.000 Gästen jährlich das Besucher stärkste Bad seiner Art in Deutschland ist, insgesamt 70 Hausverbote ausgesprochen, so Swaen.

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