Norderstedt

CDU will Ausbau der Ulzburger Straße stoppen

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Michael Schick
CDU-Sprecher Heinz Wiersbitzki sieht Probleme, wenn die Radfahrer auf der Straße von der Rathausallee nach links in die Ulzburger Straße abbiegen und sich vor den Autos aufstellen sollen.

CDU-Sprecher Heinz Wiersbitzki sieht Probleme, wenn die Radfahrer auf der Straße von der Rathausallee nach links in die Ulzburger Straße abbiegen und sich vor den Autos aufstellen sollen.

Foto: Michael Schick

Die Radler an der Kreuzung Rathausallee/Ulzburger Straße auf die Straße zu schicken, sei zu riskant und unpraktikabel, so die CDU.

Norderstedt.  Der zweite Bauabschnitt für die Neugestaltung der Ulzburger Straße sei unproblematisch, hieß es bisher. Doch nachdem der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in Norderstedt die Pläne der Verwaltung für den Umbaus des Teilstücks zwischen der Rathausallee und dem ersten „Meilenstein“ kritisiert hatte, kommt jetzt ein Veto von der CDU. Sie will die Pläne zunächst stoppen und für die nächste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr am Donnerstag, 21. Januar, einen entsprechenden Antrag stellen.

Und die CDU ist damit nicht allein: Auch auf der Internet-Plattform „openPetition“ regt sich Widerstand. Unter dem Motto „Stoppt die weitere Umgestaltung des Boulevards Ulzburger Straße in Norderstedt!“ sammelt Marlies Dörries Unterschriften, 90 sind bisher zusammengekommen. „Der erste Bauabschnitt, der Meilenstein, hat zu einer der heftigsten Diskussionen seit Entstehung der Stadt und zu sehr viel Unmut der Bürger geführt“, schreibt die Initiatorin. Die Radfahrer müssten sich mit einer Minispur auf der Fahrbahn begnügen und sich neben Autos, Busse und Lkw quetschen, die Bänke nutze niemand, der „wunderschöne“ gelbliche Mittelstreifen, eigentlich als Fußgänger-Querungshilfe gedacht, werde als Überholspur der Kraftfahrzeuge genutzt.

„Wir haben erhebliche Bedenken, weil die Pläne der Verwaltung keine Verbesserung für den Fahrradverkehr bringen, sondern viele Radler verunsichern wird“, sagt Heinz Wiersbitzki, Sprecher der Norderstedter CDU. Das bisherige Konzept sieht vor, dass die Radler an der Kreuzung Rathausallee/Ulzburger Straße/Alter Kirchenweg auf die Straße „verbannt“ werden. Wenn sie von der Rathausallee nach links in die Ulzburger Straße abbiegen wollen, sollen sie sich auf der Fahrbahn vor den Autos aufstellen.

Zeigt die Ampel Grün, fahren sie als Erste mitten auf die Kreuzung und müssen dort warten, bis der Gegenverkehr aus dem Alten Kirchenweg vorbei ist. Ist die Gegenfahrbahn frei, radeln sie über die Kreuzung. „Und dabei haben sie die Autofahrer immer im Nacken“, sagt Wierbitzki. Wer, wie viele ältere Menschen, nicht mehr ganz so flott in die Pedale treten kann, brauche einige Zeit, bis er nach dem Überqueren der Kreuzung den neuen Radweg auf der östlichen Seite der Ulzburger Straße erreicht.

„Das ist eine Situation, die sicherlich vor allem von den älteren Bürgern nicht akzeptiert wird und sich für diese viel befahrene Kreuzung nicht eignet“, sagt der CDU-Sprecher. Auch die Autofahrer dürften mit einer solchen Lösung nicht zufrieden sein, kommen sie doch langsamer voran, dürfte der zu den Hauptverkehrszeiten ohnehin schon lange Stau auf der Linksabbiegespur noch länger werden.

Das gleiche Modell ist für die Kreuzung Ulzburger Straße/Langenharmer Weg vorgesehen. Doch der Bereich, so Wiersbitzki, ist nicht so stark befahren, die von der Verwaltung vorgeschlagene Lösung eher praktikabel. Zudem wachse der Unmut in der Bevölkerung, weil der mittlere Grünstreifen an der Rathausallee schmaler werden soll. Und die CDU sieht ein weiteres Problem: Die Busse sollen auf der Straße statt wie bisher in Buchten halten: „Dadurch staut sich der Autoverkehr“, sagt Wiersbitzki.

Der ADFC hatte die Ausbaupläne als inkonsequent und Flickwerk kritisiert, mit dem weder den Radlern noch den Fußgängern gedient sei. Der Fahrradclub sei bisher davon ausgegangen, dass die Radfahrer ab der Rathausallee Richtung Norden auf die Fahrbahn geführt werden. Doch wie es jetzt scheint, setze die Stadt voll auf den Kraftfahrzeugverkehr. So bleibe der bisherige Ausbau mit dem Meilenstein, in dessen Bereich die Radler auf die Fahrbahn müssen, ein sinnfreies Kuriosum.

Allerdings nimmt die Verwaltung mit einem kurzen Satz in der Vorlage für die Ausschusssitzung der CDU den Wind aus den Segeln: „Für die ungeübten Radfahrer bleibt die Möglichkeit, über den vorhandenen Radweg nach links abzubiegen.“

Dennoch hält die CDU an ihrem Veto fest. Die Pläne sollen überarbeitet werden, Politiker und Planer sollen sich zusammensetzen und eine Lösung finden. Die für dieses Jahr im Haushalt vorgesehenen Investitionen von 900.000 Euro sollen für den Ausbau für des nördlichen Anschlusses an den Meilenstein eingesetzt werden. An der Einmündung Weg am Denkmal ende die Fahrradführung abrupt. „In diesem Teil wird es sicherlich keine größeren Schwierigkeiten bei der Planung geben“, sagt der CDU-Sprecher.

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses am 21. Januar beginnt um 18.15 Uhr im Rathaus.

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