Investition

Norderstedt bekommt zwei neue Sporthallen

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Andreas Burgmayer und Christopher Herbst
Der Ju-Jutsu-Verein Kodokan ist einer der Profiteure der millionenschweren Investitionen in die Norderstedter Sport-Infrastruktur

Der Ju-Jutsu-Verein Kodokan ist einer der Profiteure der millionenschweren Investitionen in die Norderstedter Sport-Infrastruktur

Foto: Pamperin Pamperin

CDU und SPD einig über Vier-Millionen-Investition: Drei-Feld-Halle und Dojo-Halle sollen in Harksheide errichtet werden.

Norderstedt.  „Hammermäßig“ findet CDU-Stadtvertreter Uwe Matthes, was der Ausschuss für Schule und Sport in diesem Jahr geleistet hat. Und damit meint er vor allem die Beschlüsse, die am Mittwochabend mit der Mehrheit von CDU und SPD für den Sportstandort Norderstedt gefasst wurden. Eine neue Drei-Feld-Sporthalle wird in der Stadt gebaut werden, dazu eine Dojo-Halle für den erfolgreichen Norderstedter Kampfsport. Kostenpunkt insgesamt: an die 4 Millionen Euro.

„Eine tolle Entscheidung für die Sportvereine in unserer Stadt“, sagt Matthes. „Das erkennt die Aufgabe an, die der Sport in Norderstedt übernimmt. Es ist nicht nur eine Investition in Räume, sondern eine in das soziale Miteinander und die Gesundheit der Stadtgesellschaft.“

Katrin Fedrowitz von der SPD-Fraktion: „Nach all den Jahren des Klagens der Vereine über den Mangel an Hallenzeiten wollten wir die Lösung jetzt endlich konkret umsetzen.“ Mit dem Beschluss vom Mittwoch wurden in den Doppelhaushalt 2016/2017 Planungskosten in Höhe von 600.000 Euro eingestellt. Finanziert werden die Hallen über Kredite, die in der Finanzplanung für 2018 berücksichtigt sind. Mit dem Bau und der Fertigstellung der Hallen ist bis 2019 zu rechnen.

Dojo könnte neben neuer Halle entstehen

Als Standort für die Drei-Feld-Halle favorisieren CDU und SPD Grundstücke in der Nähe von TuRa Harksheide, damit sie für die Schüler der Grundschule Falkenberg zu Fuß erreichbar ist. „Doch die Verwaltung soll jetzt in Ruhe die Standortsuche betreiben. Uns war es nur wichtig, das Zeitfenster in den laufenden Haushaltsberatungen für das Projekt nicht zu verpassen. Sonst hätte das noch mal zwei Jahre länger gedauert“, sagt Matthes.

Theoretisch könnte das Dojo direkt neben der neuen Halle gebaut werden. Kodokan ist größter Profiteur dieses Vorhabens. Trotz der internationalen Erfolge seiner Ju-Jutsu-Athleten muss der Verein seit Jahren drei verschiedene Sportstätten nutzen, teilt sich an einem Tag ein Dojo mit TuRa und kommt ansonsten am Aurikelstieg sowie beim Gymnasium Harksheide unter. Das Nomadendasein scheint nun aber ein Ende zu nehmen. Chefcoach Stefan Jacobs: „Wir sind froh, wenn wir an einem Ort trainieren können, wo die Matten liegen bleiben dürfen und wenn unsere Athleten nicht mehr ständig von hier nach dort fahren müssen.“

CDU und SPD, die beiden Dickschiffe unter den Fraktionen der Stadtvertretung, hatten in der Hallen-Frage schnell zusammengefunden und vor der Sitzung am Mittwoch eine Mehrheit organisiert. „Wir hätten uns jetzt auch gegenseitig die Anträge um die Ohren hauen können. Aber im Grundsatz wollen wir doch dasselbe. Deswegen haben wir uns mit der CDU abgestimmt“, sagt Fedrowitz.

„Das ist ein sehr schlechtes Benehmen“

Bei den kleinen Fraktionen kam das überhaupt nicht gut an. Die Grünen, die Linke, die FDP und die Wählerinitiative Wir in Norderstedt (WiN) enthielten sich der Stimme. WiN-Fraktionschef Reimer Rathje: „Die haben die Mehrheit und stimmen das einfach durch. Das ist ein sehr schlechtes Benehmen. Bei einem Vorhaben mit derartigen Investitionssummen erwarten wir als Fraktion, dass man vorher zumindest gemeinsam diskutiert.“

Im Grundsatz ist Rathje nicht anderer Meinung: „Wir brauchen diese Hallen – keine Frage. Nur ich frage mich: Wenn wir das Geld ausgeben, müssen wir dann woanders sparen? Muss es eine Drei-Feld-Halle sein, muss sie in Harksheide stehen, hat Norderstedt nicht schon genug Kredite laufen?“ Detlev Grube von den Grünen schlägt in dieselbe Kerbe: „Einfach zu beschließen, dass das über Kredite finanziert wird, ohne sich zu überlegen, ob wir es nicht gegenfinanzieren können – das ist schon sehr schlechter Stil. Norderstedt ist schon hoch genug verschuldet!“

Reimer Rathje vermisst generell die Diskussionskultur in den derzeitigen Haushaltsberatungen. Rathje: „Aber man sieht sich immer zweimal im Leben. Irgendwann brauchen die großen Fraktionen auch wieder die kleinen Parteien für eine Mehrheit.“

Uwe Matthes betont, dass es nicht generell Stil der CDU sei, die kleinen Fraktionen zu überstimmen. „Oft ist es aber auch mühselig, einen Konsens mit allen Fraktionen zu finden. Außerdem: Wir sprechen seit zwei Jahren über die Hallen und sind jetzt in der zweiten und letzten Lesung des Haushalts: Wo sind die Anträge der anderen Fraktionen? Wann kommen sie, wenn nicht jetzt?“

Ebenso auf den Weg gebracht für 2016 und nicht wie von der Verwaltung angeregt erst 2018: die Kunstrasenprojekte bei TuRa Harksheide, beim Glashütter SV und bei Eintracht Norderstedt. Hierfür würde die Stadt Investitionszuschüsse von bis zu 1,69 Millionen Euro gewähren.

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