Norderstedt
Amateur-Theater

Dieser Amaretto darf gern schärfer werden

Marina Mello (sitzend) als Konsulin Beatrice Moormann, Anna Beeken als ihre Tochter Julia Moormann bei der Premiere von „Amaretto“ im Festsaal am Falkenberg in Norderstedt

Marina Mello (sitzend) als Konsulin Beatrice Moormann, Anna Beeken als ihre Tochter Julia Moormann bei der Premiere von „Amaretto“ im Festsaal am Falkenberg in Norderstedt

Foto: Heike Linde-Lembke

Das Norderstedter Amateur-Theater, NAT, hatte mit dem Krimi „Amaretto“ Premiere. Doch erst nach der Pause kam das Ensemble in Fahrt.

Norderstedt.  „Jümmers schön sinnig!“ Das schien das Motto des Spiel-Teams des Norderstedter Amateur-Theaters (NAT) bei der Premiere der Krimi-Komödie „Amaretto“ von Ingo Sax im Festsaal am Falkenberg zu sein. Jedenfalls in der ersten Halbzeit. Vor lauter Lampenfieber zitterten nicht nur die Hände, sondern auch die Stimmen.

Nach der Pause zog das Spiel merklich an. Dank Rainer Beeken als Dr. Hadenfeldt. Der ist eine Leihgabe der Börner Speeldeel, ein gestandener Schauspieler, der die NATler beim Aufdecken des Mordes an Konsulin Moormann endlich in Wallung brachte. Wie bei Ermordeten üblich, spielen sie meist nur am Anfang mit. So auch Marina Mello als Konsulin Beatrice Moormann. Die Grande Dame des NAT legt eine kurze, aber sehenswerte Schau auf die Bretter. Doch nach ihrem Dahinscheiden fiel bei der Premiere die gerade aufgebaute Spannung zusammen wie ein Soufflé, die Suche nach dem Mörder blieb schal wie ein langweiliger Small Talk, gleichwohl sich die lieben Verwandten sofort um Geld und Diamanten zanken.

Anna Beeken als Tochter Julia trauerte als Einzige herzzerreißend und lieferte sich mit Selina Krüger als Nichte Nicola einen veritablen Zickenzoff. Krüger spielte das geldgierige Luder gekonnt, hält aber die Rolle nicht immer durch. Alexander Hiller als ihr Verlobter wirkte vor lauter Bemühen, Spannung in sein Spiel zu bringen, verkrampft, und Andreas Schmidt-Henze als Neffe Andreas kam auch erst im zweiten Teil auf Temperatur. Wenn die Regisseurinnen Gitta Riken und Birgit Bruhn noch nachlegen, dann dürften die folgenden Aufführungen erfolgreich werden.

Nachlegen wird auch ihr Vater Horst Lenze. Das NAT ehrte ihn für 65 Jahre aktive Mitgliedschaft, NATler Herbert Paschen hielt eine launige Laudatio. Doch trotz Vereins-Rentenalter versprach Lenze, Schwiegersohn des Theatergründers Alfred Stern, sich keineswegs zur Ruhe zu setzen.

An den im Mai plötzlich verstorbenen Arne Wermke, Mittelpunkt und auch Motor des NAT, wurde leider mit keinem Wort erinnert.

Weitere Aufführungen im Festsaal am Falkenberg, Langenharmer Weg 90: Sonnabend, 19., 16 und 20 Uhr, Sonntag, 20., 18 Uhr. Donnerstag und Freitag, 24. und 25. September, jeweils 20 Uhr, Sonnabend, 26., 16 und 20 Uhr, und Sonntag, 27. September, 18 Uhr. Karten zu sieben Euro gibt es im Vorverkauf, unter Telefon 040/64 66 04 40 und an der Abendkasse.