Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Netto: Baubeginn für Anfang 2016 vorgesehen

Bürgermeister Stefan Bauer fordert Netto auf, in Henstedt-Ulzburg endlich mit dem Bau des Logistik-Centers zu beginnen

Bürgermeister Stefan Bauer fordert Netto auf, in Henstedt-Ulzburg endlich mit dem Bau des Logistik-Centers zu beginnen

Foto: Frank Knittermeier / HA

Henstedt-Ulzburgs Bürgermeister Stefan Bauer spricht sich für die Ansiedlung weiterer Logistik-Unternehmen im gewerbepark Nord aus.

Henstedt-Ulzburg.  Die Gewerbeansiedlungen reißen nicht ab: In den vergangenen Monaten sind große Gewerbehallen in der Nähe der Autobahnabfahrt Henstedt-Ulzburg entstanden. Viele große Unternehmen nutzen die gute Verkehrsanbindung und ziehen in den Gewerbepark Nord in Henstedt-Ulzburg. Auf den größten Bau aber wird immer noch gewartet: Die Netto-Marken-Discount AG hat zwar bereits vor zweieinhalb Jahren die Zustimmung des Gemeinderats für die Ansiedlung eines Logistik-Zentrums bekommen, getan hat sich bisher allerdings nichts.

Auf alle Presseanfragen reagierte Netto bisher verhalten: Es gab keine Erklärungen dafür, warum mit dem Bau in Henstedt-Ulzburg nicht begonnen wird. Jetzt wird ein Baubeginn für Anfang 2016 ins Auge gefasst, wurde der Gemeindeverwaltung mitgeteilt. „Wir legen Wert darauf, dass mit dem Bau tatsächlich begonnen wird“, sagt Bürgermeister Stefan Bauer. „Sonst müssten wir über eine Rückabwicklung nachdenken.“ Vertraglich sei der Baubeginn für 2015 vorgesehen.

Offene Rechnungen allerdings gibt es nicht mehr: Die Netto-Marken-Discount AG, an der Edeka 85 Prozent hält und Tengelmann eine stille Beteiligung in Höhe von 15 Prozent besitzt, hat die letzte Rate für das zwölf Hektar große Grundstück in diesem Jahr überwiesen. Der Baubeginn in Henstedt-Ulzburg hat sich offenbar herausgezögert, weil zunächst ähnliche Bauten in Deutschland abgewartet und auf ihre Zweckmäßigkeit überprüft werden sollten. Netto hatte sich für den Standort Henstedt-Ulzburg wegen der unmittelbaren Nähe zur A 7 entschieden. Von hier aus sollen Netto-Märkte in ganz Norddeutschland in einem Umkreis von 250 Kilometern beliefert werden. Die Waren werden auf 35.000 Quadratmeter Fläche lagern.

Nach einem Jahr an der Spitze der Gemeindeverwaltung hat Bürgermeister Bauer seine ursprüngliche Aussage revidiert: Ursprünglich hatte er sich gegen die Ansiedlung von Logistik-Riesen ausgesprochen, inzwischen sieht er es etwas anders: „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die entsprechende Zahl an Arbeitsplätzen vorhanden ist, sollten sich auch weiterhin größere Logistiker ansiedeln.“

17 Hektar Gewerbefläche stehen sofort und kurzfristig noch zur Verfügung, drei weitere Firmen, die sich auf 2,5 Hektar Fläche ansiedeln, bauen demnächst. 40 weitere Hektar könnten in zwei bis drei Jahren bebaut werden – die allerdings sind noch nicht im Besitz der Gemeinde. Einschließlich dieser Erwartungsfläche, die drei Grundbesitzern gehört, wäre das gesamte Gewerbeareal im Norden der Gemeinde 163 Hektar groß.

Als nächste wichtige Aufgabe sieht Stefan Bauer den Bau einer Verbindung zwischen der Rudolf-Diesel-Straße und dem Heideweg. Das ist nicht nur für die Erreichbarkeit wichtig, sondern auch für den öffentlichen Personennahverkehr. „Dann könnte ein Busringverkehr eingerichtet werden“, sagt der Bürgermeister, der die Suche nach weiteren Gewerbeflächen in der Gemeinde als eine wichtige Aufgabe für die Zukunft bezeichnet.