Norderstedt
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Geldstrafe für Norderstedterin wegen Katzen-Misshandlung

Die Katzen der Angeklagten waren dehydriert und stark geschwächt (Symbolbild)

Die Katzen der Angeklagten waren dehydriert und stark geschwächt (Symbolbild)

Foto: Arne Dedert / dpa

Eine Frau aus Norderstedt soll ihren zwei Katzen erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt haben. Richterin spricht Tierhalteverbot aus.

Norderstedt.  „Das ist alles gar nicht wahr“, ruft Melanie B., 48, aus Norderstedt nach Verlesung der Anklage im Gerichtssaal des Norderstedter Amtsgerichts. Der zierlichen Frau wird vorgeworfen, ihren Katzen Mona-Lisa und Jenny erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt zu haben und das über einen längeren Zeitraum hinweg.

Im Juni 2013 stellte eine Amtstierärztin in der Wohnung des Ehepaares B. in einer Norderstedter Notunterkunft fest, dass die Katzen nicht nur mit einem völlig verdreckten Katzenklo auskommen mussten. Sie litten außerdem beide unter Parasiten und Haarausfall und Katze Mona-Lisa darüberhinaus an einem Tumor an der Bauchdecke, der dringend einer Operation bedurft hätte. Ihre Leidensgenossin Jenny war an Durchfall und Erbrechen erkrankt, weshalb ihr die Angeklagte kein Trinkwasser gab. Die Folge: Beide Tiere waren stark geschwächt und dehydriert. Die Angeklagte ist sich jedoch keiner Schuld bewusst: „Den Tumor habe ich verbunden, dann war alles gut. Und die Haut habe ich mit Vaseline eingerieben,“ sagt die Norderstedterin.

Den Katzen ging es ihrer Meinung nach gut, denn sie hätten gespielt und geschmust und ihr und ihrem Mann sogar gesagt, dass es Zeit sei, ins Bett zu gehen. „Mona-Lisa konnte sprechen, die sagte immer Mama,“ behauptet die Angeklagte, deren Mann wegen einer schweren Erkrankung nicht mit auf der Anklagebank sitzt. Dafür wird Melanie B. von ihrem Betreuer begleitet, der den Zustand der Wohnung des Ehepaares als desaströs beschreibt. Beide Eheleute seien alkoholkrank, der Mann inzwischen an den Rollstuhl gefesselt. Diese Menschen seien nicht in der Lage gewesen, den Zustand der Tiere zu erkennen, andererseits dürften sie aber auch keine Tiere mehr halten. Die Katzen wurden schon vor zwei Jahren in die Obhut eines Tierheimes gegeben.

Als die Angeklagte erklärt, ihr Mann hätte gern einen Hund, platzt es dem Betreuer heraus: „Sie können beide kaum laufen, das geht nicht!“

Richterin Dagmar Goraj schließt eine verminderte Schuldfähigkeit der Angeklagten nicht aus. Die Frau, die nur eine minimale Hilfe zum Lebensunterhalt erhält, wird zu einer Geldstrafe von 60 Euro verurteilt, die sie in monatlichen Zehn-Euro-Raten abstottern darf. Die Richterin spricht auch für fünf Jahre ein Tierhalterverbot bezogen auf Katzen und Hunde aus und ermahnt die Angeklagte zu bedenken, dass die Katzen Aufmerksamkeit und ärztliche Versorgung bräuchten. „Ach , wenn man sich doch mal ebenso um die Menschen kümmern würde wie um die Tiere“, seufzt der Betreuer nach dem Urteilsspruch.