Norderstedt
Theater-Saison

„TriBühne“ und Kulturwerk mit neuem Programm

Komödien, Konzerte und Dramen: Das neue Abonnements-Programm präsentiert aber auch Musicals – und vor allem Stars.

Norderstedt.  Sie ist eine Frau von schnellen Entschlüssen. Fernanda Brandao sprang kurzfristig für Jasmin Wagner ein und übernimmt deren Rolle in der romantischen Komödie Ein Apartment zu dritt am 15. April 2016 im Kulturwerk Norderstedt. Im neuen Abo-Programm, das jetzt an den Vorverkaufsstellen, in der „TriBühne“ am Rathaus, im Kulturwerk und im Rathaus Norderstedt ausliegt, konnte der Rollenwechsel allerdings nicht mehr geändert werden.

Spielt Fernanda Brandao in einer Komödie, so bietet das neue Programm auch Schauspiele, die auf Romanen basieren. Immer mehr Regisseure greifen Romanstoffe und Filme auf und bearbeiten sie für die Theaterbühne. Günther Grass’ Roman „Die Blechtrommel“ beispielsweise. Oder Iny Lorentz’ Roman „Die Wanderhure“. Oder der Roman „Das Boot“ von Lothar-Günter Buchheim. Alle drei Stoffe kommen in der nächsten Saison nach Norderstedt in die „TriBühne“ am Rathaus und ins Norderstedter Kulturwerk.

Bereits in der vorigen Saison nahm das Publikum der beiden Theaterhäuser die für die Bühne adaptierten Romane mit Begeisterung auf, beispielsweise Siegfried Lenz’ „Die Deutschstunde“ mit Walter Plathe im Kulturwerk.

Doch das neue Programm weist nicht nur große Romanstoffe auf, sondern auch große Schauspieler. Hardy Krüger jr. spielt beispielsweise in „Das Boot“ am 5. Dezember, Helmut Zierl in „Wir lieben und wir wissen nichts“ am 15. März mit Elisabeth Degen. Heidi Mahler kommt am 3. Januar mit dem Ohnsorg-Klassiker „Tratsch im Treppenhaus“ in die „TriBühne“, Volker Lechtenbrink am 29. Januar in „Der Mentor“ von Daniel Kehlmann ins Kulturwerk, und Simone Rethel, Ingrid Steeger, Christiane Rücker und Christine Schild schnurren am 20. November im Kulturwerk um Joachim Busse in der Komödie „Der Schattenmann“, während das Dauer-Duo Nora von Collande und Herbert Herrmann am 20. Oktober in der Komödie „Anderthalb Stunden zu spät“ in der „TriBühne“ ihre Ehezwistigkeiten pflegen.

Ohnehin bietet das Programm auch in der neuen Saison mit acht Komödien wieder überwiegend Amüsement. Dazu kommen fünf Musik-Produktionen, am 10. Dezember das Musical Mahalia mit Joan Orleans als Mahalia Jackson in der „TriBühne“, am 8. Oktober das musikalische Schauspiel „Onkel Toms Hütte – Reloaded“ mit Ron Williams ins Kulturwerk, „Motown – Die Legende“ spielt am 3. November wieder in der „TriBühne“, „Forever Soul!“ mit Carolin Fortenbacher am 24. Oktober im Kulturwerk und die Show „Sound of Cinema“ am 19. März in der „TriBühne“. Die insgesamt 20 Vorstellungen des neuen Programms sind genau auf beide Häuser aufgeteilt.

„Die Blechtrommel“ kommt im Dezember

Dramatisch wird es am 4. Dezember mit Grass’ „Die Blechtrommel“ in der „TriBühne“ mit Raphael Grosch in der Regie von Volkmar Kamm. „Das ist eine ganz neue Inszenierung, die auch in Hamburg noch nicht zu sehen war“, sagt Gabriele Richter. Die Leiterin des städtischen Kulturbüros ist mit Rajas Thiele, Geschäftsführer der „TriBühne“ und des Kulturwerks, und seiner Assistentin Sabine Junck für die Zusammenstellung des Programms zuständig. Mit Thiele besucht sie auch Messen, beispielsweise die Inthega, die Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen, um neue Tourneetheater-Produktionen zu sehen und sich mit Kollegen über Top oder Flop auszutauschen.

Spannung und Tiefgang verspricht das Schauspiel Mr. & Mrs. Nobel von Esther Vilar am 21. Januar im Kulturwerk, in dem Michael Roll und Christiane Hammacher die konfliktreiche Liebe Alfred Nobels zu Bertha Gräfin Kinsky in Szene setzen und zugleich vom gesellschaftlichen Engagement des Paares erzählen.

Auch Die Wanderhure am 23. März in der „TriBühne“ mit Anja Klawun thematisiert eine heimliche, eine verschmähte Liebe, während Autor Moritz Rinke in seinem Schauspiel Wir lieben und wissen nichts, in dem am 15. März Helmut Zierl und Elisabeth Degen in der „TriBühne“ spielen, die Kälte der Menschen gegeneinander und ihre Abwesenheit von sich selbst spürbar machen will.

„Das Boot“ mit Hardy Krüger jr.

Die Vergangenheit einer Ehe und ihr Ende rollen Nina Petri und Nicki von Tempelhoff am 28. Februar in „Gift. Eine Ehegeschichte“ im Kulturwerk noch einmal auf. Das Schauspiel vom Hamburger Ernst-Deutsch-Theater rührt inklusive aller Nöte und gegenseitiger Verletzungen bis zum Tod des gemeinsamen Kindes an die Substanz.

Die Bühnenfassung von Das Boot am 5. Dezember in der „TriBühne“ mit Hardy Krüger jr. spiegelt hingegen die Schrecken des Zweiten Weltkriegs.

Für bissige Pointen und verbales Vergnügen dürfte das Schauspiel Der Mentor von Daniel Kehlmann stehen, das Volker Lechtenbrink und Andreas Christ am 29. Januar ins Kulturwerk bringen, und in dem Lechtenbrink offenbar den im Februar verstorbenen Theaterkritiker und wundervollen Dandy Fritz J. Raddatz noch einmal aufleben lässt.

Start für die neuen Abonnementsreihen in der „TriBühne“ und im Kulturwerk ist am 15. September mit der Konzertreihe Cognito im kleinen Saal der „TriBühne“. Die erst 18jährige Pianistin Victoria Audrej Sarasvathi aus Indonesien, Stipendiatin der Yamaha Music Foundation of Europe, die diese Reihe mit vier Konzerten maßgeblich unterstützt, spielt Werke von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Igor Strawinsky und Frédéric Chopin. Die weiteren jungen Musiktalente der Cognito-Reihe sind Percussionist Alexej Gerassimez am 24. November, Pianist Hessel beij de Leij am 26. Januar und Trompeter Markus Czieharz am 22. März. Sie alle stehen am Anfang einer großen Karriere und eines großen Namens.

Standard-, Wahl-, Schnupper- und Cognito-Abonnements gibt es im Ticket-Corner der „TriBühne“ auf dem Norderstedter Rathausmarkt, Rathausallee 34, unter Telefon 040/30 98 71 23, unter vorverkauf@meno-gmbh.de per E-Mail oder unter www.meno-gmbh.de im Internet. Der freie Kartenverkauf startet am 22. Juni.