Die Sache mit der Erbsensuppe

Florian Büh

Es ist eigentlich nur ein Randthema, doch sagt es viel über eine Freiwillige Feuerwehr und deren Stimmungslage aus.

In Glashütte gab es während der Jahreshauptversammlung für die 51 anwesenden Feuerwehrleute und deren Gäste „Rundstück warm“ zu essen. Warum das wichtig ist? Nun: Eine Umfrage in der Ehrenabteilung hatte ergeben, dass seit 1955 – vielleicht sogar noch länger – bei den Hauptversammlungen stets Erbsensuppe serviert wird. Das ist Tradition, und die verbindet bekanntlich. Gern berufen sich auch die Glashütter Kameraden und Kameradinnen, die in diesem Jahr das 125-jährige Bestehen ihrer Wehr feiern können, auf die Tradition. Doch dann hatte der Festausschuss – anders als es in der Einladung geschrieben stand – entschieden, dieses Jahr mal keine Suppe, sondern Brötchen mit Fleisch aufzutischen. „Wir wollten einmal etwas Neues ausprobieren!“, hieß es. Geschmeckt hat es – unbestritten. „Aber es ist eben keine Erbsensuppe“, brachte es ein Feuerwehrmann auf den Punkt. Auch Oberbürgermeister Grote befand nachdenklich: „Ja, die gute alte Erbsensuppe. . . “ Und aus der Versammlung schallte es: „Und was gibt es nächstes Jahr?“ – „Gans?“ – „Oder ganz wenig?“

Nach dem Essen gab es dann auch nur verhaltene Zustimmung fürs warme Rundstück – die Erbsensuppe hatte in den Jahren seit 1955 sicherlich stets größeren Zuspruch erfahren. Veränderungen brauchen eben Zeit.

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