Norderstedt
Kommentar

Kombi-Zeugnis als Kompromiss

Noten- oder Berichtszeugnisse? Darüber streiten Eltern, auch die Lehrer haben keine einheitliche Meinung.

FDP und CDU wollen mit einer Volksinitiative die Rückkehr zu den Zensurenzeugnissen erzwingen. SPD, Grüne, SSW und die Piraten setzen auf Berichtszeugnisse. Viele Eltern favorisieren Noten, erlauben sie es doch sofort, die Leistungen des Kindes einzuschätzen und zu vergleichen. Selbst bei geringen Deutschkenntnissen gelingt das. Auch dann, wenn sich Eltern nicht intensiv mit den Kompetenzen ihres Kindes auseinandersetzen wollen oder können. Schnell wird klar, ob das Kind Abitur auf einem Gymnasium schaffen kann.

Auch die Gegenargumente stechen: Noten sagen nichts über die einzelnen Stärken und Schwächen des Schülers, Sozial- und Arbeitsverhalten bleiben unberücksichtigt. Schlechte Zensuren demotivieren und frustrieren, sie können die Guten dazu verleiten, schwache Schüler zu hänseln oder auszugrenzen. Da allerdings sind Eltern und Pädagogen gefordert, das zu verhindern und Druck von ihren Kindern zu nehmen.

Als Lösung bietet sich ein Kompromiss an, der schon praktiziert wird: Die Noten bleiben und werden ergänzt durch detaillierte Informationen zum Leistungsstand und zu überfachlichen Kompetenzen. Im Übrigen lässt das Ministerium individuelle Lösungen zu. Jede Schule kann ihren Weg gehen.