Norderstedt
Kommentar

Hysterie schadet bei der Schulwahl

Der Wechsel auf die weiterführende Schule ist ein wichtiger Einschnitt im Leben der Kinder, ein großer Schritt auf dem Weg in die Erwachsenenwelt.

Gymnasium oder Gemeinschaftsschule – die passende Schulform zu finden und dann auch noch die Schule, auf der Sohn oder Tochter sich wohlfühlen, ist nicht leicht. Doch die Eltern stehen nicht allein da. Aufschluss über Leistungsvermögen, Teamfähigkeit und die Lust am Lernen geben die Entwicklungsberichte der Grundschullehrer und die Gespräche mit ihnen. Gymnasien und Gemeinschaftsschulen laden zu InfoTagen und Schulbesuchen ein, Freunde können mit ihren Erfahrungen die Informationen ergänzen.

Wer all das in Ruhe, möglichst sachlich und gemeinsam mit dem Kind abwägt, wird die richtige Entscheidung treffen. Völlig verfehlt und kontraproduktiv ist es, den Schulwechsel unnötig emotional aufzuladen und in Hysterie zu verfallen, wie das leider immer wieder zu beobachten ist. Es müssen und können nicht alle Kinder aufs Gymnasium gehen. Gerade für Kinder, die Leistungsdruck blockiert, die Spätstarter sind oder besondere Förderung brauchen, ist sicher die Gemeinschaftsschule oder das G9-Gymnasium der bessere Weg, der zudem nach einem erfolgreichen Abschluss nach Klasse 10 die Türen zum Abitur und Studium offenlässt.

Eltern und Kinder sollten sich zudem nicht auf eine weiterführende Schule festlegen, da es keinen Rechtsanspruch auf die Wunschschule gibt. Väter und Mütter, die ihren Kindern vermitteln, dass auch andere Schulen gute Schulen sind, ersparen sich und ihren Kindern Tränen, Wut und Enttäuschung.