Norderstedt
Kommentar

Ein Fall für das Müllmuseum

Wenn die Deutschen etwas wirklich beherrschen, dann ist es die Mülltrennung!

Diese Ansicht hat sich vor allem im Ausland manifestiert. In Wirklichkeit sieht es offenbar anders aus: In Wahrheit haben die Deutschen von der Mülltrennung die Nase voll.

Anders ist es kaum zu erklären, dass die Bereitschaft, den Müll fein säuberlich nach Fraktionen zu sortieren, geringer wird. Ein Wunder ist das eigentlich nicht: Wer alle zwei Wochen seine gelben Säcke am Straßenrand deponiert, fragt sich nach dem Sinn dieses Unterfangens. Durcheinandergewirbelte Leichtsäcke in aufgeräumten Wohngebieten – das passt irgendwie nicht zusammen.

Joghurtbecher, die vorher im Geschirrspüler landen oder per Hand ausgewaschen werden – das ist kontraproduktiv. Wer das unterlässt, nimmt Gestank, Schimmel und Ungeziefer in Kauf. Oder Katzen und Krähen, die sich am Inhalt der Säcke zu schaffen machen. Sie reißen schnell, die Festziehlaschen sind schwer zu finden, und wer zu kräftig daran zieht, hat plötzlich die gesamte Naht in der Hand. Das alles ist ein schlechter Witz. Weil sich fast jeder darüber ärgert darf es auch mal deutlich gesagt werden: Der gelbe Sack gehört ins Museum der Kuriositäten, aber nicht auf die Straße. Er eignet sich jedoch vorzüglich, um darin – zum Beispiel – Wäsche zu verpacken.

Aber es hilft nichts: So lange die Mülltrennung angesagt ist und Unternehmer kräftig daran verdienen, müssen diese auch für regelmäßigen Sack-Nachschub sorgen.