Norderstedt
Kommentar

Ein Ende mit Schrecken

Das Gerichtsurteil zum ebenso skandalträchtigen wie verlustreichen Frankenkredit ist das Ende einer Kette von Peinlichkeiten, die sich die Stadt Bad Bramstedt geleistet hat.

Dabei hat jetzt auch ein Gericht festgestellt, was von Anfang an vermutet worden war: Der Kredit war ein fataler Fehlgriff.

Wer in einem Newsletter auf einen Artikel mit dem Namen „Kommunen in der Frankenfalle“ hingewiesen wird und zwei Tage später zum Hörer greift, um solch einen Kredit aufzunehmen, handelt fahrlässig. Auch dass sich viele Kommunen mit Krediten in Schweizer Franken reichlich verspekuliert hatten, war bereits hinlänglich bekannt. Selbst das Gericht hat dies festgestellt, der Kämmerer hat es vor Gericht nicht abgestritten. Auch wenn die Motive des Kämmerers ehrbar gewesen sein mögen: Das Kreditgeschäft war eine bewusste, hoch riskante Spekulation mit dem Geld der Steuerzahler.

Ebenso peinlich ist das Vorgehen der Stadt. Ein Gutachter befragt den Kämmerer, sichtet unvollständige Unterlagen und kommt zu dem Schluss, dass allein die Kreditvermittler und nicht die handelnden Personen in der Verwaltung zu belangen sind. Vor Gericht aber erzählt der Kämmerer eine ganz andere Version der Geschichte. Das Gerichtsurteil ist dementsprechend deutlich, der zuständige Mitarbeiter der Bannasch AG musste nicht einmal angehört werden. So schnell haben sich weitere 14.000 Euro an Steuergeld in Luft ausgelöst.

Jeder Mensch macht Fehler. Sollte diese Posse aber ohne personelle Konsequenzen bleiben, hat das mehr mit menschlicher Milde zu tun, als mit dem Geschick der Akteure.