Norderstedt
Kommentar

Gewinn für die Kommunen

Nebenjob über Nebenjob, hierhin reisen, da konferieren.

Wann erledigen Bürgermeister und Landräte eigentlich noch das, wofür sie eigentlich bezahlt werden? Und: Müssen gut bezahlte kommunale Führungskräfte sich noch Geld dazu verdienen? Zur ersten Frage: Zumindest für Norderstedt hat es den Anschein, dass Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote seine Verwaltung im Griff hat. Skandale aus dem Rathaus sind in den letzten Jahren nicht bekannt geworden, die Stadt entwickelt sich weiter.

Zu Frage zwei: Grote und Kollegen haben keine Wahl. Wer Bürgermeister, Oberbürgermeister oder Landrat wird, weiß, dass er oder sie schon von Amts wegen Nebenämter wahrnehmen muss, mehr oder weniger viele, je nach Größe von Stadt und Gemeinde. Diese Arbeit gehört aber zumindest in Norderstedt zur Dienstzeit, wobei die bei diesen Spitzenämtern ohnehin nicht mit der Stechuhr zu bemessen ist. Und die Nebenämter bieten zwei weitere Vorteile: Sie bringen zusätzliches Geld in die Stadt- oder Gemeindekasse, da die Spitzenbeamte nur 5550 Euro pro Jahr behalten dürfen.

Schließlich können Grote und Co. in jedem Amt neue Kontakte knüpfen und Netzwerke spinnen. Wer sich, wie Grote, auch auf Bundesebene tummelt, schafft es auch, Norderstedt in die 16 deutschen Zukunftsstädte einzureihen. Dabei dürfen die Spitzenkräfte aber nie das strenge Beamtenrecht aus dem Blick verlieren. Nur wer loyal und transparent agiert, hilft seiner Kommune.