Kommentar

Frust über Futsal-Entscheidung

Machtlos scheinen die Fußballer im Kreis Segeberg ihrem schleswig-holsteinischen Landesverband gegenüberzustehen.

Ab 2016 wird in der Halle definitiv und ausschließlich Futsal gespielt, ohne Widerrede. Mit markigen Aussagen hat sich Verbandschef Hans-Ludwig Meyer vor Weihnachten zu Wort gemeldet. Offenbar per Holzhammermethode sollen die Vereine von einer grundlegenden Reform „überzeugt“ werden.

Nun lässt sich mit Recht sagen, dass Futsal attraktiv sein kann, wenn die besten deutschen Vertreter dieser Variante auf dem Parkett stehen. Allerdings trainieren diese Teams – wie etwa der deutsche Champion, die Hamburg Panthers – auch wöchentlich spezielle Abläufe, sie nehmen an separaten Wettbewerben teil.

Es zeugt gleichwohl nicht gerade von einer guten Kenntnis der Verhältnisse in den ländlichen Regionen, wenn angenommen wird, hier könne problemlos quasi aus dem Nichts eine Futsal-Struktur geschaffen werden. Es gibt nämlich viele Mannschaften, die ausdrücklich das von Hans-Ludwig Meyer so verteufelte, zwanglose Kicken als winterlichen Zeitvertreib in der Halle bevorzugen. Klar, der Weltverband Fifa und der Deutsche Fußball-Bund üben ihrerseits Druck aus. Doch wer etwas verändern möchte im Amateursport, sollte die Basis an der Entscheidungsfindung beteiligen, auf Sorgen Rücksicht nehmen und gegebenenfalls Kompromisslösungen erarbeiten. Ansonsten wächst einzig der Frust über die Funktionäre, nicht aber die Lust auf Futsal.