Der große Bahnhofstest

Verkehr muss verlagert werden

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister will die Menschen dauerhaft für den Nahverkehr gewinnen

Der Verkehr zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein wächst – auf der Straße, aber auch auf der Schiene. Nicht ohne Grund soll die wichtige Autobahn7 ausgebaut werden, um mehr Kapazitäten für Menschen und Güter zu schaffen. Gleichzeitig müssen und wollen wir aber erreichen, dass Verkehr verlagert wird: Vom Auto auf die umweltfreundliche und nachhaltige Alternative Bahn. Deshalb hat die Landesregierung sich mit der „Offensive Nahverkehr“ das Ziel gesetzt, Nahverkehr auszubauen und Fahrgäste und Marktanteile zu gewinnen. Und deshalb betrachten wir auch die Bauarbeiten an der A7 vor allem als Chance, eine attraktive Alternative auf der Bahn zu bieten und Menschen dauerhaft für den Nahverkehr zu gewinnen.

Im Norden Hamburgs werden in den kommenden Jahren erhebliche Verbesserungen im Nahverkehr erfolgen. Auf den Bahnlinien Flensburg/Kiel–Hamburg und Itzehoe/Wrist–Hamburg wird es mit dem Start des neuen Netzes Mitte bessere Züge, bessere und schnellere Verbindungen und vor allem mehr Sitzplätze geben. Denn wenn wir Fahrgäste gewinnen wollen, muss das Angebot stimmen. Es passt gut zusammen, dass die Verbesserungen starten, wenn auch die Bauarbeiten an der A7 losgehen.

Direkt parallel zu Autobahn7 fahren die Züge der AKN Eisenbahn AG, übrigens eines der pünktlichsten und beliebtesten Bahnunternehmen im Land. Ab 2015 wird die AKN mit neuen Fahrzeugen vom Typ Lint unterwegs sein. Das bedeutet: Mehr Sitzplätze zwischen Kaltenkirchen und Hamburg. Und das bedeutet auch: deutlich mehr Komfort.

Gemeinsam mit Hamburg arbeiten wir daran, mittelfristig die Bahnachse Hamburg–Kaltenkirchen zu stärken. Die Idee: Verlängerung der S-Bahn über Hamburg-Elbgaustraße hinaus bis nach Kaltenkirchen. Die Vorentwurfsplanung für diese sogenannte S21 wird bald abgeschlossen sein, um danach mit Hamburg in konkrete Planungen einsteigen zu können.

Zur Offensive Nahverkehr gehört für uns, dass der Verkehr rund um die Metropole Hamburg insgesamt ausgebaut wird. Eines der wichtigsten Projekte ist dabei für uns die S-Bahn-Linie S4 von Hamburg nach Bad Oldesloe. Die Vorentwurfsplanung ist hier fast fertig, gemeinsam mit Hamburg und der Deutschen Bahn haben wir die nächsten Schritte festgezurrt.

Ein anderes wichtiges Thema ist für uns die Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln. Wir müssen, auch wegen des A-7-Ausbaus, schauen, wo die Park-and-Ride-Kapazitäten künftig erweitert werden müssen. Genauso wichtig ist der Ausbau der Fahrradabstellmöglichkeiten – auch für Pedelecs. Der Ausbau der Verknüpfungsmöglichkeiten ist Aufgabe der Kommunen, wir als Land unterstützen diese Projekte aber mit bis zu 75 Prozent der Kosten. Und Land und die LVS (Landesweite Verkehrsservicegesellschaft) werden auch künftig von sich aus auf Kommunen zugehen, um entsprechende Projekte anzustoßen.

Der Verkehr wird weiter wachsen. Das Land ist mit vielen Projekten gut darauf eingestellt. Unser gemeinsames Ziel bleibt es, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, mit einem guten Angebot und hoher Qualität.