Kommentar

Doppelter Vorteil für die Stadt

Sie meckern nicht nur, sie setzen sich aktiv für ihre Interessen ein.

Spät zwar kämpfen die muslimischen Frauen für ihr Schwimmbad in Friedrichsgabe, aber sie präsentieren auch eine Idee, wie das marode Schulschwimmbad eine Zukunft haben kann: Das Schwimmbecken könnte mit einem türkischen Bad kombiniert werden. Wird der Hamam erfolgreich betrieben, könnte die Wellness-Oase das Geld abwerfen, um das Schwimmbecken langfristig zu sanieren und die laufenden Kosten zu bezahlen.

Und der Blick über die Stadt- und Landesgrenze zeigt, dass es ein kontinuierlich wachsendes Publikum für die traditionelle orientalische Art der Entspannung gibt. Nachdem der erste Hamam an der Feldstraße in Hamburg den Andrang von jährlich 10.000 Besuchern und mehr nicht mehr bewältigen konnte, haben die Betreiber einen neuen größeren Wohlfühltempel an der Seewartenstraße eröffnet.

Den besuchen nicht nur Muslime. Auch bei Christen, Andersgläubigen und Atheisten steht die Reinigungszeremonie hoch im Kurs. Im nördlichen Hamburger Umland gibt es ein solches Angebot bisher nicht. Schaffen es die Initiatoren tatsächlich, einen Betreiber nach Norderstedt zu holen, würde die Stadt doppelt profitieren: Sie hätte eine zusätzliche Attraktion und das auch noch, ohne nur einen Cent auszugeben. Die Kosten für die Sanierung und den jährlichen Betrieb des Friedrichsgaber Bades würden entfallen, der langwierige Streit um die Zukunft des Schulschwimmbeckens wäre beendet.