Norderstedt

Ehrenamtsbörse: Der virtuelle Marktplatz der Hilfe

Die neue Online-Ehrenamtsbörse der Stadt Norderstedt bringt Helfer und Hilfesuchende zusammen. Gepflegt wird sie von Wolfgang Banse.

Norderstedt. Eine Art Marktplatz, auf dem sich alle treffen - die, die Hilfe zu geben haben, und die, die sie benötigen. Die Stadt Norderstedt hat jetzt so einen Platz, wenn auch nur virtuell. Die Norderstedt Online-Ehrenamtsbörse ist im Netz freigeschaltet worden. Gepflegt wird sie von einem, der sich in der Stadt in diversen Projekten für die Allgemeinheit engagiert: Wolfgang Banse vom Kriminalpräventiven Rat der Stadt Norderstedt.

"Es gibt viele Menschen in der Stadt, die Helfer suchen, und etliche, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Die Online-Börse soll der Ort sein, wo sie zusammenfinden", sagt Banse. Die Seite www.ehrenamt-norderstedt.de ist einfach und praktisch aufgebaut. Sie teilt sich in die beiden Bereiche "Wir suchen Hilfe" und "Ich will helfen". Wer mitmachen will, registriert sich einfach online mit Adresse und E-Mail bei Wolfgang Banse und kann dann sowohl Angebote lesen als auch Angebote aufgeben. "Ohne Anmeldung bleiben die auf der Seite gespeicherten Angaben für den Betrachter anonym", sagt Banse.

Derzeit finden sich schon einige wenige Gesuche auf der Homepage. Für einen kleinen Jungen suchen die Eltern einen Ersatz-Opa, weil der leibliche Großvater leider gestorben ist und der Enkel sehr an ihm hing. Der Norderstedter Boßelverein Die Wietersmieter sucht über die Online-Börse einen Jugendwart zum Aufbau einer Jugendabteilung. Und Wolfgang Banse und der Kriminalpräventive Rat sind mit dem Projekt Plan haben, der Begleitung auffällig gewordener Jugendlicher, vertreten. Unter den Angeboten findet sich der Norderstedter Anwalt Anton Josov, der Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen kostenlos beraten will. Darüber hinaus informiert die Seite ausführlich über alle gängigen Fragen zum Thema ehrenamtliches Engagement.

Die Seite arbeitet auch eng mit dem seit 1999 bestehenden Freiwilligen Forum Norderstedt zusammen, das von den evangelisch-lutherischen Kirchen der Stadt initiiert wurde. "Es gibt eben viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und noch gar nicht so recht wissen, welche Hilfe sie anbieten können. Dabei beraten wir gerne", sagt Monika Zwetkow. Die Pensionärin leitet das Freiwilligen Forum gemeinsam mit Kollegin Brigitte Maaß. Im Gegensatz zur Online-Ehrenamtsbörse, auf der sich Helfer und Hilfesuchende direkt miteinander verabreden können, steht beim Forum die persönliche Vermittlung, Beratung und Betreuung der ehrenamtlichen Partner im Vordergrund. Im vergangenen Jahr hat die Initiative 85 Freiwillige vermittelt, die es auf insgesamt 7950 Einsatzstunden brachten. Die Schwerpunkte sind die Hausaufgabenbetreuung von Schülern und die Sprachbetreuung. Aber auch Alleinerziehende werden unterstützt bei der Kinderbetreuung und Alte und Behinderte besucht. "Die Freiwilligen werden bei uns zum persönlichen Gespräch geladen. Wer Kinder betreuen will, muss ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen; und wir begleiten die Freiwilligen bei den ersten Einsatzstunden", sagt Zwetkow.

Denn nicht immer passt das ausgesuchte Engagement zum Helfer. "Wir haben hier auch manchmal Männer in der Beratung sitzen, die wurden von der genervten Frau geschickt. Die will, dass der Mann aus dem Haus kommt und sich engagiert - aber die Männer haben oft gar keine Lust", sagt Brigitte Maaß. In diesem Fall habe es keinen Sinn, mit einem Engagement zu beginnen.

Wer sich beim Freiwilligen Forum meldet, der sollte bereit sein, im Jahr etwa 100 Stunden für die ehrenamtliche Hilfe übrig zu haben. "Das entspricht etwa einem Einsatz von zwei Stunden in der Woche", sagt Monika Zwetkow.

Das Freiwilligen Forum Norderstedt hat ein Büro im Albert-Schweitzer-Haus am Schulweg 30 und ist dort unter der Telefonnummer 040/52 64 00 82 oder per E-Mail an ffnorderstedt@kirchenkreis-hhsh.de zu erreichen.