Harburg

Schwanenfamilie vom Außenmühlenteich umgesiedelt

Mitte September 2019 war die einst neunköpfige Schwanenfamilie bereits um drei Jungtiere dezimiert. 

Mitte September 2019 war die einst neunköpfige Schwanenfamilie bereits um drei Jungtiere dezimiert. 

Foto: Bernhard Lorenz

Von sieben Küken überlebten nur drei den Sommer. Schwanenvater Olaf Nieß nahm Ganter und drei Jungschwäne in Obhut.

Harburg.  Die Schwanenfamilie vom Außenmühlenteich hat in diesem Jahr keinen guten Sommer gehabt. Als am 5. Mai sieben Küken schlüpften, war die Welt noch in Ordnung. „Aber dann gab es eine Reihe dramatischer Zwischenfälle“, sagt Naturfreund Bernhard Lorenz, der seit Jahren die Schwäne vom Außenmühlenteich beobachtet.

Am 10. und 29. Juni registrierte Lorenz jeweils ein totes Jungtier, ein weiteres am 6. Juli. Die Todesursache ist unklar. Lorenz vermutet einen Zusammenhang mit der frühsommerlichen Hitze und der damit verbundenen Algenblüte. Auch auf der Alster gab es neun Todesfälle, ein Großteil der Schwäne wurde deshalb zur Beobachtung vorzeitig ins Winterquartier zum Eppendorfer Mühlenteich gebracht. Im Vorjahr waren sogar 15 Alsterschwäne verendet, ebenfalls nach langen Hitzeperioden.

Die drei überlebenden Jungschwäne werden vom Schwanenvater Olaf Nieß aufgepäppelt

Ein vierter Harburger Jungvogel verstarb am 23. September in Obhut von Schwanenvater Olaf Nieß im Gehege am Randes des Mühlenteichs. „Er war massiv unterernährt“, sagt Nieß, „wog nur 2,6 Kilo, nicht einmal die Hälfte des Normalgewichts. So etwas habe ich in der Vergangenheit noch nicht gesehen.“ Der Jungschwan wurde untersucht, sein Verdauungstrakt war intakt. Es komme vor, dass Schwäne Angelzubehör verschlucken und deshalb abmagerten, so Nieß. Dieser Jungschwan zeigte keine Auffälligkeiten, war aber so schwach, dass Nieß ihn nicht mehr aufpäppeln konnte.

Dies geschieht nun mit den drei überlebenden, ebenfalls untergewichtigen Geschwistern. Sie wurden am 1. Oktober eingefangen. Ihnen gehe es sehr gut, sagt Nieß, sie seien mit ihrem Vater zusammen. Der wurde bereits am 12. September von der Außenmühle nach Eppendorf umgesiedelt. Denn er humpelte auffällig und veranlasste immer wieder Naturfreunde, Behörden zu alarmieren, damit das scheinbar verletzte Tier gerettet wird.

„Wir hatten insgesamt 47 Einsätze wegen des Schwans, der sich in Not zu befinden schien“, sagt Olaf Nieß. „Er ist fünfmal eingehend untersucht und dabei mehrfach geröntgt worden. Ohne Befund. Es ist ein alter Schwan, dessen Gelenke nicht mehr so mitspielen. Es handelt sich um altersbedingten Verschleiß.“ Um weiteren Einsätzen vorzubeugen, bleibt der Vogel vorerst im Gehege. Nieß vermutet, dass auch die Schwanenmutter inzwischen auf eigene Faust zum Eppendorfer Winterquartier geflogen ist: „Wir haben hier immer einige Schwäne, die am Gehege herumfliegen. Sie kennen den Ort: Bei Eisgang kommen sie aus verschiedenen Stadtteilen zu uns, auch die Harburger Schwäne.“ Der Schwanenvater ist überzeugt, dass sich schon im nächsten, spätestens im übernächsten Jahr, ein neues Paar am Außenmühlenteich ansiedeln wird: „Die Außenmühle mit ihren Schilfzonen, Inseln und den beiden oberen Teichen ist ein tolles Schwanenrevier.“