Dramatischer Einsatz im Wattenmeer

Notruf in der Nordsee - Ehepaar vor Hallig gerettet

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Das Paar wollte auf der unbewohnten Hallig Norderoog Vögel beobachten. Auf dem Weg brach der Mann im Boot plötzlich zusammen.

Norderoog. Dramatischer Einsatz in der Nordsee: Ein bewusstloser Mann und seine Ehefrau sind am Donnerstagabend vor einer Hallig im schleswig-holsteinischen Wattenmeer gerettet worden. Drei Rettungshubschrauber und ein Seenotrettungskreuzer hatten nach dem Paar gesucht.

Die Eheleute wollten auf der unbewohnten Hallig Norderoog vor der Westküste von Schleswig-Holstein Vögel beobachten, wie ein Sprecher der Rettungsleitstelle Nord am Freitag berichtete. Als sie mit einem Boot dorthin ruderten, brach der Mann plötzlich zusammen - vermutlich war er unterzuckert. Die Frau hatte keine Kraft mehr, das Boot zu steuern. Es gelang ihr aber, zu Fuß durch das Wasser zur Vogelschutzwarte auf Norderoog zu laufen.

Hilfe per Handy

Dort holte sie dann per Handy Hilfe. Bei dem Notruf konnte sie aber nicht genau sagen, wo das Boot mit ihrem Ehemann trieb. Sie erzählte auch, dass sie durchnässt sei und sehr friere. Die Beamten konnten ihr Handy orten - in der Gegend zwischen der Insel Amrum und der winzigen Hallig Norderoog. Sie schickten den Seenotrettungskreuzer von der Insel Amrum sowie die Hubschrauber los.

Auch der Mann hatte im Boot noch versucht, mit seinem Handy die Polizei zu alarmieren. Das Gespräch brach allerdings ab, wie der Sprecher berichtete - und den Rückruf der Polizisten nahm er nicht mehr entgegen. „Dadurch entstand ja die Dramatik.“

Mit Seilwinde aus dem Boot gehievt

Mit einem Rettungshubschrauber wurde die Frau, die nass und unterkühlt war, in eine Klinik nach Niebüll geflogen. Die Besatzung eines zweiten Hubschraubers machte sich auf die Suche nach dem Ehemann - und entdeckte ihn später etwa drei oder vier Kilometer von der Hallig entfernt. Der Mann lag regungslos in dem Ruderboot. Mit der Seilwinde eines Marinehubschraubers konnte er aus dem Boot gezogen werden. Der Verletzte kam mit Unterkühlungen in ein Krankenhaus. Nach fast zwei Stunden war der Einsatz beendet. Der Seenotrettungskreuzer musste wegen des niedrigen Wasserstands wieder abdrehen - er konnte die Hallig nicht ansteuern.