Menschlich gesehen

Meteorit verpasst ...

Ihr Mathematiklehrer in der siebten Klasse, damals in Ratzeburg, hat Schuld. "Er hat eine Astronomie-AG angeboten." Seitdem ist Carolin Liefke angefixt von den Sternen.

Sie ist Astrophysikerin geworden und arbeitet an der Sternwarte in Bergedorf.

Ausgerechnet die Berufs-Sternguckerin hat ihn verpasst, den Meteoriten, der am Dienstagabend über dem norddeutschen Himmel strahlte. "Hier über Bergedorf hing eine dicke Wolkendecke. Ich habe ihn nicht gesehen." Sehr betrübt ist die 28-Jährige darüber nicht. Hat sie doch für sich persönlich schon viel Aufregenderes gesehen: die Sonnenfinsternis in China. "Das war so aufregend, weil bis zur letzten Minute der Himmel bewölkt war." Aber dann hatte sie plötzlich doch noch freie Sicht.

Klar, dass die Wissenschaftlerin, die mit Katze Strolchi in Bergedorf lebt, auf Wanderurlauben in den Alpen (wegen des klaren Sternenhimmels) immer eines ihrer Teleskope dabei hat. Das ist pure Leidenschaft. "Das da oben ist unvorstellbar weit weg, vor allem können wir in die Vergangenheit blicken. Man hat zwar jede Menge Formeln zum Berechnen, aber sich das vorzustellen ist etwas ganz anderes."