Kitesurfen

Kiter an der Nordsee bekommen mehr Platz – und neue Regeln

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Kitesurfen an der Nordsee wird immer beliebte. Für die Wassersportler wird es nun mehr Zonen und neue Regeln geben.

Kitesurfen an der Nordsee wird immer beliebte. Für die Wassersportler wird es nun mehr Zonen und neue Regeln geben.

Foto: dpa

Für die Wassersportler wird es mehr Zonen an den Stränden geben. Jedoch gehen auch neue Einschränkungen damit einher.

Hannover. Für das Kitesurfen im niedersächsischen Nationalpark Wattenmeer sollen künftig neue Regeln gelten. Wassersportverbände, Nationalparkverwaltung und das Umweltministerium in Hannover haben sich auf einen entsprechenden Kompromiss geeinigt, sagte eine Sprecherin von Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Die Regelung sieht demnach die Ausweisung von deutlich mehr Kitesurf-Zonen entlang der Küste vor als bislang. Zum Vogelschtz wurden zudem Beschränkungen zu bestimmten Jahres-, Tages-,und Tidezeiten vereinbart.

Neue Regeln beim Kitesurfen an der Nordsee

Eine Neuregelung wird nötig, da dass Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg im Dezember 2020 die bis dahin geltenden Regelungen der Landesregierung gekippt hatte. Demnach war die Vorgabe ungültig, Kitesurfen nur in bestimmten Zonen des geschützten Nationalparks zu erlauben. Das Gericht erklärte damals, eine solche Regelung dürfe nur der Bund als zuständiger Gesetzgeber treffen.

Der nun gefundene Kompromiss soll daher Eingang in eine neue "Befahrensverordnung" (NPNordSBefV) finden, an der das Bundesverkehrsministerium gerade arbeitet.

Mehr als doppelt soviel Platz für Wassersportler

Bei den Gesprächen zwischen Ministerium und Wassersportlern wurde vereinbart, grundsätzlich an Kitesurf-Zonen festzuhalten. Die Gesamtfläche aller Zonen soll dem Kompromiss zufolge aber nun deutlich größer werden. Mit insgesamt 3068 Hektar wird sie mehr als doppelt so groß wie die Flächen, die es bis zum OVG-Urteil gab. Zudem soll es statt 17 nun 29 Kitesurf-Bereiche geben. Im Gegenzug wurden laut Ministerium zusätzlich zeitliche Beschränkungen definiert, wann das Kitesurfen in den Zonen erlaubt sein soll.

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Umweltminister Olaf Lies erklärte, der Kompromiss zeige, dass Naturschutz und Kitesport vereinbar seien. „Wir erleichtern den Kitesport an vielen Stellen und unterstützen damit den Tourismus in der Küstenregion, ohne den Natur- und Vogelschutz zu gefährden“, sagte der Minister. „Das war uns sehr wichtig und ist ein echter Erfolg.“

Surfzonen sollen länger ausgewiesen bleiben

Der Verband Deutscher Wassersport Schulen (VDWS), der mit anderen Verbänden an den Gesprächen zur Kompromisssuche teilnahm, begrüßte die Lösung ebenfalls. Im Vergleich zur bisherigen Regelung verbessere sich die Situation für die Wassersportler, sagte der erste Vorsitzende Thomas Weinhardt.

Positiv sei z.B., dass die Surfzonen nun länger ausgewiesen bleiben könnten. Bislang wurden die Vereinbarungen über die Zonen auf bis zu fünf Jahre begrenzt. „Unter diesem Aspekt kann man natürlich keine nachhaltige Infrastruktur aufbauen. Weder die Schulen noch der Tourismus können damit vernünftig leben.“ Eine Befristung sei nun in der novellierten Verordnung laut Weinhardt nicht mehr vorgesehen.

Neue Regeln fürs Kitesurfen auch in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein hatten Land, Gemeinden, Naturschützer, Touristiker und Wassersportler einen ähnlichen Kompromiss wie in Niedersachsen bereits 2017 ausgehandelt. Noch sind dort die Regelungen freiwillig, sie sollen aber ebenfalls als Grundlagen für die novellierte Befahrensverordnung des Bundes dienen.

Das Umweltministerium in Hannover geht davon aus, dass der Kompromiss bei der Neuregelung des Bundes berücksichtigt wird. Der Entwurf wurde nun für die Verbandsbeteiligung freigegeben. Naturschutzverbände wie der WWF teilten auf Anfrage mit, den Entwurf prüfen zu wollen.

( dpa )