Hannover

Marodes LKA-Labor verzögert Gerichtsverfahren

In dem Labor werden Drogen- und Blutproben untersucht (Symbolbild),

In dem Labor werden Drogen- und Blutproben untersucht (Symbolbild),

Richterbund zeigt sich alarmiert. Wenn Verfahren zu lange dauern, könnten Straftäter mildere Strafen bekommen.

Hannover. Wegen des maroden Labors des Landeskriminalamts zeigt sich nun auch der niedersächsische Richterbund alarmiert. „Schon jetzt sind kaum ausreichende Laborkapazitäten vorhanden. Seit Jahren weisen wir auf Engpässe hin“, sagte der Landesvorsitzende Frank Bormann der „Bild“-Zeitung. Er rechne damit, dass spät ausgewertete Laborproben zu Verzögerungen bei Verfahren führen. Es bestehe zudem perspektivisch die Gefahr, dass Straftäter mildere Strafen bekämen, wenn die Verfahren zu lange dauern. In den Laboren werden Drogen- und Blutproben untersucht.

Kritik kam auch von dem innenpolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Marco Genthe. „Die Probleme sind nicht neu, sie wurden ignoriert, bis die Gewerbeaufsicht keine andere Möglichkeit mehr gesehen hat, als das Labor zu schließen.“ Bereits vor der Schließung habe es Beschwerden seitens der Justizbehörden über lange Bearbeitungszeiten gegeben.

Mängel im LKA-Labor: Gerichtsverfahren verzögert

Das LKA musste wegen Mängeln an fünf von elf Abluftanlagen im Kriminaltechnischen Institut (KTI) in Hannover Teile des Labors schließen. In dem teils aus den 1950er Jahren stammenden Gebäuden besteht Sanierungsstau. Eigentlich hatte die Politik 131 Millionen Euro für Sanierung und Neubau eingeplant.

Wegen hoher Baupreise scheiterte aber eine erste Ausschreibung im vergangenen Jahr. Nach jetzigem Stand wird vor 2026 das neue KTI nicht in Betrieb gehen können. Bis dahin soll das alte Gebäude funktionstüchtig gehalten werden, unter anderem mit neuen Abzugs- und Lüftungsanlagen.