Tiere

Streunender Luchs nach tagelanger Suche im Harz eingefangen

Ein Luchs liegt in einem Luchsgehege (Symbolbild)

Ein Luchs liegt in einem Luchsgehege (Symbolbild)

Foto: Holger Hollemann/dpa

Das junge Tier war wiederholt in der Nähe menschlicher Siedlungen aufgetaucht. Es hätte den Winter in freier Natur nicht überstanden.

Wolfshagen. Ein wiederholt in der Nähe menschlicher Siedlungen aufgetauchter Jungluchs hat die Mitarbeiter des Harzer Luchs-Projektes tagelang auf Trab gehalten. Jetzt sei es gelungen, das Tier einzufangen, sagte Projektleiter Ole Anders am Freitag. Er habe das weibliche Jungtier am Donnerstagnachmittag in der Nähe von Wolfshagen (Kreis Goslar) mit einem Narkosegewehr betäuben können.

Er gehe davon aus, dass die kleine Luchsin den Anschluss an ihre Mutter verloren habe, sagte Anders. Möglicherweise sei das Muttertier auch ums Leben gekommen. „Es ist deshalb nicht auszuschließen, dass sich noch ein Geschwistertier in der Nähe befindet.“

Luchs hätte den Winter in freier Wildbahn nicht überstanden

Die eingefangene Luchsin sei außergewöhnlich klein und untergewichtig, sagte Anders. „Sie wiegt nur 5,5 Kilogramm.“ Das Tier sei augenscheinlich ansonsten in guter Verfassung. Das Resultat tierärztlicher Untersuchungen stehe aber noch aus. Die in diesem Frühjahr zur Welt gekommene junge Raubkatze könne allein noch nicht erfolgreich jagen, sagte Anders. „Sie könnte den Winter in freier Natur deshalb nicht überstehen.“

Auf der Suche nach Futter war das Jungtier zuletzt durch den Wolfshagener Nachbarort Lautenthal gestreift. Es war dort mehrfach gesehen worden. Die kleine Raubkatze befindet sich jetzt in einem speziellen Gehege des Nationalparks.