Seevetal

Zirkus-Winterquartier abgebrannt – Ursache weiterhin unklar

60 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

60 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Foto: JOTO

Feuer dehnte sich schnell von dem Wohnwagen auf weitere Objekte aus. Feuerwehr forderte Verstärkung an, Polizei setzte Drohne ein.

Groß-Moor. Zwölf Wohnwagen vernichtet, eine Geräteanhänger und ein Zirkuszelt – das ist die Bilanz eines Großfeuers, das gestern im Seevetaler Ortsteil Groß-Moor ausgebrochen ist. Der etwa 1000 Quadratmeter große Schotterplatz dort dient zwei Zirkussen als Winter- und Übergangsquartier. Die Ursache für das Feuer auf dem Zirkus-Abstellplatz ist weiter unklar. Wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte, wird noch am Brandort ermittelt.

Die Rauchwolke war sogar in der Winsener Elbmarsch und in Hamburg Moorfleet noch zu sehen. Auch von dort gingen Notrufe bei der Feuerwehr ein. „Wir wurden kurz vor zehn Uhr zu dem Brand gerufen“, sagt Frederik Kötke, Sprecher der Seevetaler Feuerwehr. Bereits bei der Anfahrt wiesen die dutzende Meter hohen Rauchwolken auch der Feuerwehr den Weg. Als die Retter eintrafen, standen die Wohnwagen, ein Sattelauflieger und ein Zirkuszelt bereits hell in Flammen.

Alle Menschen und Haustiere in Sicherheit

Nach Zeugenaussagen brannte zunächst nur ein Wohnwagen. Doch eine darin gelagerte Gasflasche platzte. Daraufhin breiteten sich die Flammen rasch auf den daneben stehenden Wohnwagen aus. Auch mehrere Bäume, ein Holzschuppen und ein Container fingen schnell Feuer.

Esther Löttel, die beim Circus Astelly beschäftigt ist, der auch auf dem Schotterplatz seinen derzeitigen Standort hat, erzählt, dass sie von ihrer Nichte auf das Feuer aufmerksam gemacht wurde: „Guck mal, da drüben brennt es, sagte sie.“ Esther Löttel lief sofort zum Nachbarzirkus, um zu helfen. Dort angekommen sah sie, dass aber bereits alle Menschen und Haustiere in Sicherheit waren.

Gasflaschen mussten gekühlt werden

Für die Seevetaler Feuerwehrleute gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig, denn sie hatten zunächst lediglich das Wasser in den Tanks ihrer Löschfahrzeuge zur Verfügung. Ein Hydrant ist in der näheren Umgebung des Schotterplatzes nicht zu finden. Lediglich ein Löschwasserbrunnen lieferte zusätzliche Wasserversorgung. „Wir haben sofort weitere Feuerwehren mit ihren Tanklöschfahrzeugen nachgefordert, um genügend Wasser vor Ort zu haben“, sagte Kötke. 60 Einsatzkräfte aus sechs Wehren waren schließlich in Groß-Moor, um den Brand zu bekämpfen.

Die Retter gingen wegen der starken Rauchentwicklung unter schwerem Atemschutz gegen die Flammen vor. Die Feuerwehrleute verhinderten, dass die Flammen auch auf die Fahrzeuge oder das Zelt des Circus Astelly übergriffen. „Die größte Gefahr stellten für uns während der Löscharbeiten die Gasflaschen in den Wohnwagen dar“, sagte Feuerwehrsprecher Kötke. Die Flaschen können bei großer Hitze bersten und explodieren. Um das zu verhindern, kühlten die Retter die Druckbehälter über längere Zeit.

Sachschaden von mehr als 100.000 Euro

Die Wohnwagen brannten bis auf ihr Chassis nieder. Auch die Gerätschaften auf dem Lastwagen-Anhänger wurden durch die Flammen vernichtet. Das kleine Zirkuszelt brannte zur Hälfte nieder. Die eigentlichen Löscharbeiten waren nach einer guten Stunde beendet. Bis in die Abendstunden allerdings kontrollierten Feuerwehrleute aus Groß-Moor die Brandstelle immer wieder.

Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen von einem Sachschaden in Höhe von mehr als 100.000 Euro aus. Zur Brandursache gibt es auch einen Tag nach dem Brand noch keine Aussagen. Die Polizei sperrte und sicherte den Brandort am Donnerstag, um in Ruhe nach Spuren zu suchen. In diesem Zusammenhang setzten die Beamten auch eine Drohne für Übersichtsaufnahmen ein – ein niedersächsisches Pilotprojekt, das im Landkreis Harburg umgesetzt wird.

Die Zukunft des kleinen Zirkus ist nun ungewiss. Die Mitglieder der Truppe besuchen deutschlandweit vor allem Schulen oder Kindergärten. Sie bringen den Kindern in Projektwochen Kunststücke bei, treten als Akrobaten auf, ohne Tiere. „Das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde. Sachschäden können wir ersetzen“, sagte eine Mitarbeiterin des Zirkus nach dem Brand.

Das sieht auch Esther Löttel vom Nachbarunternehmen Astelly so: „Wir Zirkusleute sind schließlich Stehaufmännchen.“