Meppen

Moorbrand schwelt weiter – Sabotage behindert Löscharbeiten

Von den verbrannten Flächen steigt immer noch Rauch auf

Von den verbrannten Flächen steigt immer noch Rauch auf

Foto: dpa

Die Bundeswehr stellte mehrfach Defekte an Feuerwehrschläuchen fest. Ein Schlauch wurde an der Kupplung aufgeschlitzt.

Meppen. Der Landkreis Emsland hat nach dem seit mehr als drei Wochen schwelenden Moorbrand auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen den Katastrophenfall wieder aufgehoben. Die Einsatzkräfte hätten den Brand zunehmend eingedämmt, sagte Landrat Reinhard Winter am Donnerstag. Ein Übergreifen des Brandes auf angrenzende Gemeinden drohe nicht mehr. Der Katastrophenfall war vor einer Woche ausgerufen worden, weil durch Wind und Funkenflug befürchtet worden war, dass die Flammen angrenzende Wälder und Siedlungen in Gefahr bringen könnten. Rund 1600 Einsatzkräfte waren zum Bekämpfen des Brandes zusammengezogen worden, den die Bundeswehr mit Raketentests ausgelöst hatte.

Den Feuerwehrkräften sei es gelungen, die Zahl der unterirdischen Glutnester und Brände an der Oberfläche des Moors kontinuierlich zu verringern, sagte der Referatsleiter im Innenministerium, Alexander Götz, bei der Innenausschuss-Sitzung des Landtags am Donnerstag. Außerdem sei es an bereits abgelöschten Stellen nicht erneut zu Bränden gekommen. Dies habe die Bundeswehr beim Überfliegen des Geländes mit Drohnen und Tornado-Jets festgestellt. Wie Bundeswehr-Brandchef Andreas Sagurna vor Ort sagte, sei die Nacht zum Donnerstag die bislang ruhigste Nacht gewesen, es wurden nur oberflächennahe Feuer entdeckt. Die Lage sei deutlich entspannt.

Gefahrenpotenzial hat sich deutlich verringert

Die Bundeswehr habe wichtige Fortschritte bei der Brandbekämpfung gemacht, insbesondere in dem an das Kreisgebiet grenzenden Gelände, betonte Landrat Winter. Deshalb habe sich das Gefahrenpotenzial deutlich verringert. Der Moorbrand sei aber noch nicht gelöscht und die örtlichen Kreisfeuerwehren hielten sich weiterhin kurzfristig für Einsätze bereit. Wie Referatsleiter Götz sagte, könne der Einsatz noch Wochen dauern.

„Nach intensiver fachlicher Beratung mit den verantwortlichen Stellen der Bundeswehr und des niedersächsischen Innenministeriums habe ich mich entschieden, den Katastrophenfall aufzuheben“, erklärte der Landrat. „Mit Blick auf das aktuelle Brandgeschehen und den Löscheinsatz auf dem Gelände der Bundeswehr können wir derzeit ein Evakuierungsszenario für unsere emsländischen Gemeinden ausschließen – und weitgehende Normalität kann wieder in das öffentliche Leben einziehen.“

Gelände soll engmaschiger überwacht werden

Unterdessen behinderte Sabotage die Arbeit der Feuerwehrkräfte. „Es ist wieder ein Feuerwehrschlauch beschädigt worden“, sagte der Bundeswehr-Brandchef. Es sei ein Schlauch direkt an der Kupplung eingeschlitzt worden. Über mögliche Täter wolle er nicht spekulieren. „Ich finde es nur unfair gegenüber den Helfern.“ Bereits am Vortag hatte die Bundeswehr einen möglichen Sabotage-Fall gemeldet. An Wasserschläuchen wurde ein Defekt festgestellt. Die Feldjäger wollten das Gelände engmaschiger bewachen.

Alle Messungen im Umfeld des Brandes hätten kein Überschreiten von Grenzwerten gezeigt, die auf eine akute Gesundheitsgefahr hindeuten, sagte Referatsleiter Götz. Der Landkreis Emsland veröffentlichte die entsprechenden Messdaten am Donnerstag im Internet. Die Rauchfahne des Moorbrandes war zeitweise bis zu 100 Kilometer weit über den Nordwesten bis nach Bremen gezogen.

Der Landrat dankte allen Einsatzkräften und Beteiligten für die geleistete Arbeit und das unermüdliche Engagement. Zudem unterstrich er das besonnene Verhalten der Einwohner der angrenzenden Ortschaft Stavern sowie das große Verständnis der Bevölkerung, die zum Teil durch Rauch oder Brandgeruch sowie durch die Unterbringung der Einsatzkräfte besonders betroffen waren.