Bahn-Chaos

2000 Fahrgäste stranden am Buchholzer Bahnhof

2000 Menschen warteten in Buchholz gestern darauf, mit dem Bus nach Hamburg weiter zu fahren

2000 Menschen warteten in Buchholz gestern darauf, mit dem Bus nach Hamburg weiter zu fahren

Foto: Joto / JOTO

DRK-Helfer in Einsatz. Metronom-Strecke nach Hamburg unterbrochen. Schienenersatzverkehr mit zu wenig Bussen.

Buchholz.  Am Buchholzer Bahnhof herrschte am Freitagmittag Chaos. Knapp 2000 Zugreisende waren auf dem Bahnhof gestrandet. Der Sturm am Abend zuvor hatte dutzende Bäume entwurzelt, die in die Oberleitungen der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Bremen krachten. Die Strecke wurde noch am Donnerstagabend voll gesperrt. Zwar fuhren die Metronomzüge am Freitag aus Bremen wieder, jedoch nur bis zum Buchholzer Bahnhof.

Dort sollten die Reisenden in Busse umsteigen, um nach Hamburg zu gelangen. Da der Schienenersatzverkehr aber nicht auf die vielen Fahrgäste ausgelegt war, bildete sich eine mehrere hundert Meter lange Schlange auf dem Bahnhofsvorplatz. Am Nachmittag holten sich Metronom und Deutsche Bahn schließlich Unterstützung vom Deutschen Roten Kreuz, das mit 40 Einsatzkräften anrückte.

Vor Ort spendierten die Helfer den Wartenden Wasser. „Wir kümmern uns auch um die Leute die beispielsweise Medikamente brauchen, aufgrund der langen Reisezeit”, sagte Einsatzleiter Jan Bauer. Dafür arbeiteten die Sanitäter auch mit dem Buchholzer Krankenhaus eng zusammen.

50 Fahrgäste vor Ort medizinisch behandelt

Da am Freitagnachmittag bereits alle Hausärzte in der Umgebung geschlossen hatten, wurden erkrankte Personen direkt ins Krankenhaus gebracht. Knapp 50 Fahrgäste wurden vor Ort behandelt. Darunter vor allem Kreislauferkrankungen und Personen, die von Wespen gestochen wurden.

Über mehrere Stunden veränderte sich das Bild am Bahnhof kaum. Fahrgäste, die mit dem Metronom aus Bremen oder mit dem erixx aus Hannover am Bahnhof Buchholz landeten, stiegen zunächst verwirrt aus den Zügen. Dann stellten sich die Leute in die Warteschlange, bis ein Bus die Fahrgäste weiter nach Hamburg brachte. Insgesamt mussten so mehrere Tausend Menschen am Bahnhof oft mehr als 60 Minuten auf die Weiterfahrt warten.

Ausweichstrecke über Jesteburg

Erst um 17 Uhr konnte die Bahn die Ausweichstrecke über Jesteburg von allen Bäumen befreien, so dass zumindest einige Züge des Metronoms wieder in Richtung Hamburg fahren konnte. Die Haltestellen Hittfeld und Klecken waren auch am Abend noch nicht zu erreichen.

Fast bei jedem Unwetter stürzen Bäume auf die Bahnstrecke. Da es nicht in den Aufgabenbereich der freiwilligen Feuerwehren gehört, die umgestürzten Bäume auf den Bahngleisen zu entfernen, müssen sie Mitarbeiter der Deutschen Bahn zersägen und die Oberleitung reparieren. Am Abend war noch nicht abzusehen, wann der reguläre Fahrbetrieb wieder aufgenommen werden kann.