Bundestag

Wenn ein Ostfriese im Bundestag die AfD auf Platt kritisiert

Foto: imago/Jens Jeske

Johann Saathoff kommentiert den Antrag der AfD, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern – op plattdütsch. Hier im Video.

Berlin/Hamburg. Die AfD will Deutsch als Landessprache im Grundgesetz festschreiben lassen. Laut ihrem Antrag unter anderem, weil "sich die deutsche Sprache einer Verdrängung durch andere Sprachen ausgesetzt" sehe. So seien deutschsprachige Musiker "zunehmend gezwungen, auf Englisch zu singen, um überhaupt eine Chance zu bekommen, im öffentlichen Rundfunk gespielt zu werden", die Sprachgewohnheiten hätten sich verändert und "die deutsche Sprache merklich verfärbt". Deswegen sei es zum Schutz der deutschen Sprache notwendig, diese als Landessprache im Grundgesetz zu verankern.

In der Bundestagsdebatte am Freitagvormittag sprach zu diesem Antrag unter anderem der SPD-Abgeordnete Johann Saathoff aus Ostfriesland. Saathoff wirft der AfD unter anderem vor, eigentlich der "nationalen Abgrenzung" Vorschub leisten zu wollen und betonte, dass Sprachen stets im Wandel seien und sich entwickelten – niemand würde wohl so sprechen wollen, "wie man damals im Mittelalter gesprochen hat".

Saathoff entschuldigt sich – beim stenografischen Dienst

Saathoff sagt von sich selbst, seine Muttersprache sei nicht Hoch-, sondern Plattdeutsch. Und richtet seine Kritik im Bundestag op platt an die Antragsteller: "Se daun so, als ob man wat wegnehm wurr, wenn wat anners daarto kommt. Un dat Tegendeil is de Fall. Düütschland word nich armer durch anner Spraken, Düütschland word rieker."

Zum Abschluss seiner zum größten Teil auf Plattdeutsch gehaltenen Rede bittet Saathoff dann noch um Entschuldigung - beim stenografischen Dienst, der wahrscheinlich seine liebe Mühe damit hatte, das mitzuschreiben, was er gesagt hat.