Niedersachsen

Pilotprojekt: Esel sollen Schafe vor Wölfen schützen

Esel Klaus grast mit einem Schaf auf einem Deich in Cuxhaven (Niedersachsen)

Esel Klaus grast mit einem Schaf auf einem Deich in Cuxhaven (Niedersachsen)

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Die Esel Claus und Klaus sind Teil eines Projektes zum Herdenschutz in Cuxhaven. Touristen sind begeistert.

Cuxhaven.  Mit einer seiner Herden von mehr als 250 Mutterschafen steht Kay Krogmann auf dem Deich bei Cuxhaven, da, wo die Elbe in die Nordsee mündet. Zwei Esel sind dabei, sie heißen Klaus und Claus. Die Schafe sind für den Erhalt der Deiche unerlässlich, sie verdichten den Boden und halten die Grasnarbe kurz. Die beiden Esel sollen sie vor den Wölfen schützen, die längst auch an der Küste angekommen sind. Claus und Klaus sind Teil eines Projektes zum Herdenschutz des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

„Esel schreien, wenn der Wolf kommt – das ist eine biologische Alarmanlage“ erklärt Frank Faß, Leiter des Wolfcenters Dörverden. „Im Zweifelsfall können sie die Wölfe sogar angreifen und nach ihnen treten oder sie beißen.“ Im Ausland gebe es bereits Projekte mit Eseln, zum Teil erfolgreich. Faß betont: „Wir müssen alle Schutzmaßnahmen der Wolfsabwehr versuchen.“

Schafsbesitzer Krogmann verlor seit 2012 schon rund 50 Schafe durch die Wölfe. Die beiden Esel hat Krogmann seit Oktober vergangenen Jahres. Auf den Deichen können keine Zäune aufgestellt werden, und Herdenschutzhunde sind tabu, die Gefahr für Urlauber ist zu groß – deshalb die Esel. Das Projekt läuft noch bis Juni kommenden Jahres. „Danach können die Esel gern in der Herde bleiben, die Touristen sind begeistert“, sagt Krogmann. „Ich schätze die Schutzfunktion als gering ein, aber einen einzelnen Wolf halten sie vielleicht ab.“

( dpa )