Nadelöhr

Hauptbahnhof Hannover soll zusätzliches Gleis erhalten

DB-Knotenkoordinatoren dokumentieren die Ankunft- und Abfahrtzeiten von Zügen

DB-Knotenkoordinatoren dokumentieren die Ankunft- und Abfahrtzeiten von Zügen

Foto: dpa

Um Anstieg von Reisenden und Zügen zu bewältigen, soll Bahnhof Hannover ausgebaut werden. Neue Direktverbindung nach Hamburg.

Hannover. Dass der Hauptbahnhof Hannover an seine Kapazitätsgrenzen stößt, merken Pendler nicht nur im Gewusel auf den Bahnsteigen. Auch auf vielen Linien Richtung Landeshauptstadt drängen sich die Reisenden und Platz für mehr Züge gibt es in einem der meistfrequentierten deutschen Bahnhöfe kaum. Auf einen Ausbau des Bahnknotens Hannover drängt Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) daher derzeit in Berlin. Bei Beratungen an diesem Dienstag mit EU-Verkehrskoordinatorin Catherine Trautmann geht es vor allem um finanzielle Hilfe der Europäischen Union bei der Planung des Ausbaus.

Täglich 750 Züge und 250.000 Reisende

750 Züge steuern täglich den Hauptbahnhof an sowie 250.000 Reisende und Besucher. Gerade die S-Bahn- und Regionalzüge locken immer mehr Pendler. Für zusätzliche Züge reichen die Bahnsteige und Gleise nicht, auf den Strecken Richtung Hannover kommen sich an einigen Stellen Personen- und Güterzüge leicht in die Quere. An kleineren Stationen sind die Bahnsteige zu kurz für längere Züge. Auf den meisten Strecken sind die Fahrpläne so eng getaktet, dass für weitere Fahrten kein Platz ist. Verspätungen übertragen sich schnell auf andere Bahnen.

Die Engpässe in Hannover behindern den Einsatz zusätzlicher Züge auch weit ins Land hinein. Weitere Fahrten etwa ab Paderborn oder Braunschweig kann die Bahn nicht anbieten, wenn die Züge sich in Hannover nicht einfädeln lassen. Auch für die geplante Ausweitung des IC/ICE-Verkehrs ist ein Nadelöhr wie Hannover ein Hemmnis.

Neuer Regionalexpress von Hamburg nach Hannover

Geplant sind eine schnelle RE-Linie mit wenigen Zwischenhalten von Paderborn über Hameln und Hannover zum Flughafen, halbstündliche RE-Anschlüsse nach Braunschweig, Wolfsburg und Minden. Zweistündlich soll ein Regionalexpress (RE) ohne Umsteigen von Hamburg nach Hannover fahren. Im ICE/IC-Verkehr plant die Bahn zwei Züge pro Stunde zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet.

Bisherige Pläne für den Ausbau listen den Bau eines weiteren Bahnsteiggleises im Hauptbahnhof auf, verlängerte Bahnsteige in etlichen kleinen Stationen, zusätzliche Gleise auf der Deisterstrecke sowie bei Hannover, Wunstorf und Lehrte. Mehr Signale sollen zwischen Lehrte und Celle eine dichtere Zugfolge ermöglichen.

Drei neue S-Bahnhalte in Hannover

Ob durch den Ausbau die Verspätungen abnehmen, hängt zwar nicht allein vom Streckennetz ab. Wenn gerade in den Stoßzeiten mehr Züge fahren, gibt es jedoch weniger überfüllte Bahnen — auch das verringert die Gefahr von Verspätungen. Mehr Reisende als bisher sollen auch abseits des Zentrums auf die Stadtbahn umsteigen können. Zusätzliche S-Bahnhalte sind in Hannover-Waldhausen, Hannover Braunschweiger Platz und Laatzen-Mitte vorgesehen.