Deutsche Bahn

Bahnhöfe und Züge sind sicherer – nur in Hamburg nicht

Polizisten der Bundespolizei im Hamburger Hauptbahnhof

Polizisten der Bundespolizei im Hamburger Hauptbahnhof

Foto: imago stock&people / imago/Manngold

3900 Straftaten registrierte die Deutsche Bahn 2015 in der Hansestadt. Die Zahl der Angriffe auf Bahnmitarbeiter stieg auf 150 Fälle.

Hamburg. Entgegen dem aktuellen Bundestrend ist in Hamburg die Zahl der Straftaten an Bahnhöfen und in Zügen leicht gestiegen. Die Deutsche Bahn verzeichnet in ihrem Sicherheitsbericht 2015 für Hamburg mit gut 3900 Fällen einen Zuwachs von 150 Straftaten im Vergleich zum Vorjahr.

Dennoch gibt es auch Positives zu berichten. Denn die Deutsche Bahn verzeichnet in bestimmten Bereichen auch starke Rückgänge, etwa bei Vandalismus und Graffiti sowie bei Körperverletzungen.

Deutsche Bahn zieht bundesweit positive Bilanz

Insgesamt haben Bundespolizei und Deutsche Bahn 2015 bundesweit rund 58.000 Straftaten registriert. Im Vorjahr waren es noch 60.200 Delikte. Der überwiegende Teil entfällt auf Schwarzfahrer, Taschendiebstahl und Auseinandersetzungen unter meist jüngeren Fahrgästen.

„Die Anstrengungen der letzten Jahre tragen Früchte. Mehr Präsenz von Sicherheitskräften und verstärkter Einsatz von Videotechnik an Hotspots zahlen sich aus und machen Züge und Bahnhöfe für unsere Kunden stetig sicher“, sagt DB-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke.

130 Angriffe auf DB-Mitarbeiter in Hamburg

Auf der Negativseite steht in Hamburg die leichte Zunahme von Angriffen auf DB-Mitarbeiter von 130 auf 150 Fälle. „Jeder Fall ist einer zu viel!“ sagt Rischke. Die meisten Angriffe stehen im Zusammenhang mit Fahrkartenkontrollen – oft in Verbindung mit Alkohol. Künftig will die DB noch entschiedener gegen Gewalt und Randale vorgehen – vor allem im Umfeld von Fußballspielen. „Hooligans, die in Zügen und Bahnhöfen randalieren, zeigen wir künftig sofort die rote Karte!“ sagt Rischke.

In Hamburg wurden zudem 13 Fälle von Metalldiebstahl festgestellt, vier mehr als 2014. Siebenmal versuchten Kriminelle, Fahrausweisautomaten aufzubrechen, das war ein Fall mehr als im Vorjahr. Dabei entstand ein Sachstanden von mehr als 100.000 Euro. In den meisten Fällen gingen die Täter jedoch nur mit geringer, in fast der Hälfte der Fälle ohne Beute aus.

Zehn Prozent weniger Vandalismus

Bei Körperverletzungsdelikten registrierte die Bundespolizeidirektion Hannover, die für Hamburg, Bremen und Niedersachsen zuständig ist, einen Rückgang um vier Prozent auf knapp 2700 Fälle. Der Vandalismus in Form beschädigter Sitze, zerkratzter Scheiben oder zerstörter Aufzüge ging gegenüber 2014 um fast 10 Prozent auf 188 Fälle zurück. Graffiti-Straftaten gingen 2015 um 15 Prozent auf 740 Taten zurück.

Deutsche Bahn und Bund haben Ende vergangenen Jahres ihr Programm für den Ausbau von Videotechnik an großen Bahnhöfen bis 2023 um 25 auf 85 Millionen aufgestockt. Aktuell laufen die Planungen für Modernisierung und Ausbau der Videotechnik im Hamburger Hauptbahnhof, noch 2016 beginnen die Bauarbeiten. Das Sicherheitsbudget der Bahn beträgt bundesweit jährlich rund 160 Millionen Euro.