Nahverkehr

Nach Kabelbrand: S3 nach Stade fährt wieder

Unbekannte hatten am Sonnabend einen Kabelkanal angezündet und die Strecke lahmgelegt. Mehr als 300 Züge waren betroffen.

Stade.  Gute Nachrichten für Fahrgäste der Linie S3 Richtung Stade: Die Streckensperrung ist aufgehoben, alle Bahnen fahren wieder nach Fahrplan. Für die Techniker der Bahn war es ein Großeinsatz, laut einem Bahnsprecher mussten mehrere hundertadrige Kabel ausgetauscht werden. Unbekannte hatten am Rande von gewalttätigen Demonstrationen rechter und linker Gruppen am Sonnabend einen Kabelkanal angezündet, daraufhin kam es zu einem Ausfall der Stellwerkstechnik. Die Bahn musste einen Ersatzverkehr mit Bussen einrichten.

Ingesamt waren von dem Vorfall mehr als 300 Züge betroffen. "60 Züge waren verspätet, zudem gab es 135 Zugausfälle auf Teilstrecken und 150 auf der Hauptstrecke", so der Bahnsprecher weiter. Alle Signalanlagen waren von dem Brand betroffen, ebenso sämtliche Weichen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Fünf Polizisten bei Aufmarsch leicht verletzt

Der Aufmarsch von Rechtsextremen und Gegendemonstranten hatte Stade am Sonnabend in den Ausnahmezustand versetzt. Laut Polizei ist es im Verlauf der Kundgebungen zu Brandstiftungen, Schlägereien und Festnahmen gekommen. Rund 1000 Beamte aus Teilen Niedersachsens, Bremens und Hamburgs waren im Einsatz, verstärkt durch Beamte der Bundespolizei aus Bremen, Uelzen und Ratzeburg.

Die rechte Initiative „Gemeinsam für Deutschland“ hatte für Sonnabend zu einer Kundgebung in Stade aufgerufen, nach Polizeiangaben kamen rund 60 Teilnehmer. Etwa 350 Bürger nahmen an einer Gegendemonstration teil. Die Beamten sprachen 34 Platzverweise aus, bei rund 150 Personen habe man die Personalien festgehalten. Zudem haben die Beamten elf Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet. Fünf Polizisten wurden bei dem Einsatz leicht verletzt.