Niedersachsen

Beim Karneval ist Sicherheit Thema Nummer eins

Ein als Terrorist verkleideter Karnevalist mit "Sprengstoffgürtel" aus Energy-Drinks beim  Karneval in Braunschweig im Februar 2015 2015. Damals wurde der Umzug wegen einer Terrorwarnung kurzfristig abgesagt

Ein als Terrorist verkleideter Karnevalist mit "Sprengstoffgürtel" aus Energy-Drinks beim Karneval in Braunschweig im Februar 2015 2015. Damals wurde der Umzug wegen einer Terrorwarnung kurzfristig abgesagt

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Die Angst vor Anschlägen ist da, trotzdem wollen sich Niedersachsen Jecken den Spaß nicht verderben lassen.

Braunschweig.  Die Absage des Karnevalsumzugs in Braunschweig vor einem Jahr, Terror in Paris und zuletzt die Übergriffe in Köln: Ereignisse, die die Pläne der Jecken in Niedersachsen durcheinanderwirbeln könnten, gibt es viele. Einen Monat vor dem Höhepunkt der Karnevalssaison geben sich die Beteiligten aber gelassen, ergab eine Umfrage der dpa. „Der Zug wird ganz normal laufen“, erklärte der Braunschweiger Zugmarschall Gerhard Baller.

Die Braunschweiger Karnevalisten verlassen sich auf die Sicherheitskräfte. „Es gibt keine Hinweise auf eine Gefahr“, sagte Baller. „Und wenn doch, muss die Polizei agieren.“ In allen Karnevalsregionen in Niedersachsen sitzen derzeit Vereine, Polizei und Rettungskräfte zusammen, um gemeinsam Sicherheitskonzepte zu erarbeiten.

„Natürlich schauen wir in diesem Jahr mit einer anderen Perspektive auf diesen Anlass“, sagte Joachim Grande von der Polizei Braunschweig. Und auch der Organisator des Osnabrücker Karnevals, Rainer Möllers, sagt: „Sicherheit ist das Thema Nummer Eins. Das ist nicht schön, aber wir sind vorbereitet.“

In Braunschweig werden während des Karnevalsumzugs „Schoduvel“ mehr Beamte auf der Straße sein. Auch die Einsatzkräfte in Zivil werden in mehreren Karnevalsstädten aufgestockt. Mit den genauen Plänen halten sich viele aber zurück. Auch, um Trittbrettfahrer zu verhindern.

Im Februar 2015 war der Karnevalsumzug in Braunschweig wegen einer Terrorwarnung kurzfristig abgesagt worden.

Auch wenn der Sicherheitsaspekt wichtig ist, soll er nicht den Karneval beherrschen - und möglicherweise Zuschauer verscheuchen. „Närrische Gelassenheit“, nennt Wolfgang Friemerding von der Dammer Carnevalsgesellschaft das. Und auch Wolfgang Günther von der Initiative Bremer Karneval sagt: „Uns Sorgen zu machen, passt nicht in unser Konzept.“

Viele Vereine verzichten deshalb auch auf Wagen, die den Terror thematisieren. „Das ist eher die Aufgabe von Düsseldorf“, erklärte Rainer Behrens vom Umzug in Hannover. In Braunschweig will man das Thema aber dennoch mit eigenen Wagen aufgreifen. An dem Gefährt unter dem Motto „Der Terror macht nicht halt“ wird zurzeit noch gebaut. „Gleichzeitig haben wir aber auch Wagen dabei, die eine gelungene Integration präsentieren“, sagte Zugmarschall Baller.