Ernte startet

Warmes Wetter sorgt für Weihnachtbäume im „XXL-Format“

Ein Mitarbeiter des Gut Kuhla sucht auf einem Feld in Himmelpforten eine Nordmann-Tanne aus (Archivbild)

Ein Mitarbeiter des Gut Kuhla sucht auf einem Feld in Himmelpforten eine Nordmann-Tanne aus (Archivbild)

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Nordmanntanne, Fichte oder Blautanne: Ab dieser Woche werden die Weihnachtsbäume geerntet. Sie sollen größer sein, aber nicht teurer.

Clausthal-Zellerfeld.  In vielen Teilen Niedersachsens beginnt in dieser Woche die Ernte der Weihnachtsbäume. „Die Landesforsten schlagen vor allem Stämme im XXL-Format“, sagte Sprecher Michael Rudolph. „Wir liefern aus dem Harz traditionell große Fichten mit einer Höhe um die 20 Meter für Stadtzentren, aber auch für den Reichstag in Berlin.“

Auch die meisten Betriebe, die direkt an Endverbraucher verkaufen, starteten jetzt mit der Ernte in den Weihnachtsbaumkulturen, sagte Martin Rometsch. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger rechnet mit stabilen Preise bei „A-Qualitäten“. „Weihnachtsbäume mit B- oder C-Qualität“ seien voraussichtlich sogar günstiger zu haben als in den vergangenen Jahren.

Sonnenschein reicht für Photosynthese

Der milde sonnige Novemberwetter sei im übrigen sehr positiv für die Weihnachtsbäume gewesen, sagte Forstsprecher Rudolph. „Während die Laubbäume längst kahl sind, können die Nadelbäume bei Sonnenschein noch Photosynthese betreiben - jedenfalls solange der Boden nicht gefroren ist.“

Das relativ warme Novemberwetter habe den Weihnachtsbäumen noch mal gut getan, meint auch der Geschäftsführer des Erzeugerverbandes, dem alleine in Niedersachsen mehr als hundert Betriebe aus allen Landesteilen angehören.

24 Millionen Weihnachtsbäume pro Jahr

Das Geschäft mit den Weihnachtsbäumen, von dem in früheren Jahren in großem Umfang auch dänische Erzeuger profitiert hätten, sei mittlerweile weitgehend in der Hand heimischer Erzeuger, sagte Rometsch. „Deutschlandweit werden pro Jahr etwa 23 bis 24 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Nach Schätzungen kommen davon inzwischen etwa 85 Prozent aus deutschen Kulturen.“ Die dänischen Erzeuger belieferten den deutschen Markt zwar immer noch mit einer nennenswerten Zahl an Bäumen, sagte Rometsch. „Sie orientieren sich inzwischen aber stärker Richtung England und Frankreich.“

Die deutschen Weihnachtsbaum-Erzeuger profitierten zunehmend von dem höheren Aufwand, den sie seit einigen Jahren betreiben, sagte der Verbands-Geschäftsführer. Die Bäume würden im Sommer immer häufiger beschnitten oder durch „Bindearbeiten“ korrigiert, so dass sie ebenmäßiger wachsen. Der Ausschuss sei dadurch sehr viel geringer als früher, sagte Rometsch. „Die vermarktbare Menge hat zugenommen.“