Bei Hannover

Asylbewerberheim: Nach Brandanschlag Haftbefehl erlassen

Der verkohlte Eingangsbereich des als Flüchtlingsunterkunft genutzten Fachwerkhauses in Sehnde bei Hannover. Gegen den Brandstifter wurde Haftbefehl erlassen

Der verkohlte Eingangsbereich des als Flüchtlingsunterkunft genutzten Fachwerkhauses in Sehnde bei Hannover. Gegen den Brandstifter wurde Haftbefehl erlassen

Foto: Peter Steffen / dpa

Der 43-Jährige hatte einen Molotow-Cocktail am Gebäude gezündet. In diesem Jahr wurden 600 Straftaten gegen Asylbewerbeheime verübt.

Hildesheim.  Im Fall des Brandanschlags auf eine Flüchtlingsunterkunft bei Hannover hat die Hildesheimer Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl beantragt. Der 43-jährige Beschuldigte soll demnach im Sehnder Ortsteil Haimar einen selbst gebastelten Molotow-Cocktail vor die Eingangstür des Wohnhauses gestellt und entzündet haben, teilte ein Sprecher am Montag mit. Der Beschuldigte habe die Tat bei der Vernehmung eingeräumt, aber eine ausländerfeindliche Gesinnung von sich gewiesen. Ihm wird schwere Brandstiftung vorgeworfen.

Der Verdächtigte gab an, er habe nicht damit gerechnet, dass Menschen zu Schaden kommen. Er handele zwanghaft, deshalb sei er auch für weitere Brände verantwortlich. Durch den Molotow-Cocktail seien Türblatt und Zarge des Fachwerkhauses in Brand geraten, verletzt wurde niemand. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden.

Ein Zeuge hatte geholfen, den Mann zu fassen

Ein Zeuge habe die Ermittler auf die Spur des Beschuldigten gebracht. Dieser habe bemerkt, wie der alkoholisierte Mann eine Veranstaltung zur Tatzeit verlassen hatte. Wenig später konnten die Beamten den Tatverdächtigen in seiner Wohnung festnehmen. Bei einer Durchsuchung fanden Beamten Stoffteile, die denen am Molotow-Cocktail glichen, hieß es.

In Berlin zeigte sich die Bundesregierung am Montag besorgt über die Zunahme von flüchtlingsfeindlichen Anschlägen. In diesem Jahr seien bislang rund 600 Straftaten gegen Asylunterkünfte gezählt worden, davon seien 543 rechtsextremistisch motiviert gewesen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Im Vergleich zum Vorjahr gebe es einen deutlichen Anstieg.

Am vergangenen Wochenende hatte es gleich mehrere gewalttätige Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsheime in Deutschland gegeben. Von einer Zuspitzung in den vergangenen Tagen könne dennoch keine Rede sein, hieß es. Der Anstieg von Angriffen auf Asylunterkünfte sei bereits eine länger Entwicklung.

( HA/epd )