Niedersachsen

Hunderte Schweine verenden – Polizei sucht Brandstifter

Mittwochmorgen gingenzwei Ställe im niedersächsischen Bartelsdorf gleichzeitig in Flammen auf. Dienstag brannte ein Stall in Rastdorf.

Rastdorf. Bei zwei Bränden in Schweinebetrieben sind in Niedersachsen 320 Tiere verendet. Im Kreis Rotenburg ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung, nachdem dort am Mittwochmorgen zwei Ställe in Bartelsdorf gleichzeitig in Flammen standen. An eine Gebäudewand sprühten Unbekannte die Aufschrift „Keine Qalzuchten mehr“ und „Peta“. Einen Zusammenhang zu einem anderen Brand am Vortag im Emsland sehen die Ermittler nicht.

Die Tierrechtsorganisation Peta in Berlin distanzierte sich ausdrücklich von dem Feuer in Bartelsdorf. „Dieser schreckliche Anschlag widerspricht allem, wofür wir uns einsetzen“, sagte Peta-Sprecher Krishna Siegfried in Berlin. Der Name der Organisation sei schon mehrfach missbräuchlich bei Plakataktionen benutzt worden, allerdings bisher nicht für Brandanschläge. Auch ein Polizeisprecher sagte, die Tat passe nicht zu Peta. Die Organisation sei eher dafür bekannt, Tiere freizulassen.

Organisationen wie Peta kämpfen seit Jahren gegen Tierquälerei und Massentierhaltung, dabei decken sie auch Missstände in Mastanlagen auf. In der Vergangenheit wurden vereinzelt auch Tiere freigelassen.

Konkrete Hinweise auf die Täter in Bartelsdorf gibt es derzeit nicht, die Polizei sucht Augenzeugen, die verdächtige Vorgänge beobachtet haben. Nachbarn hatten gegen vier Uhr morgens das Feuer bemerkt und den Landwirt alarmiert. 150 Einsatzkräfte konnten noch ein Übergreifen auf das Wohnhaus verhindern. Von den mehr als 100 in den Ställen untergebrachten Schweinen verendeten 80 Tiere.

Ein weiteres Feuer vernichtete auf einem Bauernhof in Rastdorf im Kreis Emsland eine Halle mit Schweinen, landwirtschaftlichen Maschinen und Stroh. Dabei starben bereits am Dienstag 240 Tiere. Daneben wurde eine Photovoltaikanlage zerstört. Der 73 Jahre alte Landwirt, der noch einen Traktor aus der brennenden Halle fahren wollte, wurde leicht verletzt. Der Sachschaden wird auf mehr als eine halbe Million Euro geschätzt. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die Brandursache ist bisher unbekannt.