Elbe

Fähre Brunsbüttel-Cuxhaven setzt voll auf Wachstum

Eine Elbfähre von Wischhafen (Niedersachsen) nach Glückstadt (Schleswig-Holstein) (Archivbild)

Eine Elbfähre von Wischhafen (Niedersachsen) nach Glückstadt (Schleswig-Holstein) (Archivbild)

Foto: dpa/Marcus Brandt

25 Euro kostet eine Überfahrt mit Auto, der Internet-Tarif ist etwas günstiger. Fähre Brunsbüttel-Cuxhaven startet im Sommer im 90-Minuten-Takt.

Cuxhaven/Brunsbüttel. Die Elbfähre zwischen Brunsbüttel und Cuxhaven wird wiederbelebt. Eine estnische Reederei will noch in diesem Sommer im Eineinhalb-Stunden-Takt Lastwagen, Autos und Passagiere über die Elbe befördern. Das Schifffahrtsunternehmen AS Tallink Grupp hat dafür im März die Elb-Link-Reederei mit Sitz in Cuxhaven gegründet. Ein genauer Starttermin steht noch nicht fest.

Zum Einsatz kommen zunächst zwei moderne Fähren, wie der Geschäftsführer der Elb-Link-Reederei, Christian Schulz, am Freitag sagte. Die 2010 und 2011 in Norwegen gebauten Schiffe haben Platz für 600 Passagiere sowie 160 Pkw beziehungsweise 52 Pkw und 16 Lastzüge. Die Fahrtdauer für die rund 25 Kilometer lange Strecke (rund 14 Seemeilen) beträgt etwa 70 Minuten.

Geplant sind 24 Fährfahrten pro Tag – das heißt zwölf Abfahrten im Eineinhalb-Stunden-Takt ab Brunsbüttel und Cuxhaven. Ein drittes Fährschiff soll von 2016 an eingesetzt werden, sodass die Schiffe dann im Stundentakt pendeln können. Die knapp hundert Meter langen Fähren wurden zuletzt in der Ostsee eingesetzt und haben eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 30 Stundenkilometern (16 Knoten). Für Pkw werde eine Fahrt inklusive Fahrer 25 Euro kosten, bei einer Online-Buchung 23 Euro, sagte Schulz.

Die Elbfähre Brunsbüttel-Cuxhaven wird sich als dritte Elbquerung in einer relativ dünn besiedelten Region gegen die bereits bestehende Fährverbindung zwischen Glückstadt und Wischhafen sowie gegen den Hamburger Elbtunnel behaupten müssen. Ein Gutachten vom April 2014 kam jedoch zu dem Schluss, dass eine Fährverbindung in der Elbmündung bei hoher Auslastung wirtschaftlich betrieben werden kann. Dafür müssten mindestens 265.000 Pkw, 48.000 Lkw und 625.000 Passagiere im Jahr die Passage buchen. „Wir hoffen auf ein bisschen mehr, auf eine dauerhafte Auslastung von 30 Prozent“, sagte Schulz.

Experten erwarten eine stetige Zunahme des Verkehrsaufkommens in der Region, sodass die Routen über Hamburg beziehungsweise Glückstadt an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen: Staus in Hamburg und Wartezeiten an der Fähre sind die Folgen.

Die neue Fährverbindung setzt unter anderem auf Speditionsunternehmen als Kunden. Weitere wichtige potenzielle Kunden seien auch im Chemiepark Brunsbüttel, heißt es in dem Gutachten. Die Experten gehen davon aus, dass ein Großteil der Fahrgäste Touristen sein werden - denn die Regionen auf beiden Seiten der Elbe sind attraktive Urlaubs- und Ausflugsziele. (dpa)