Verbraucherzentrale

Dubiose Händler zocken Flüchtlinge ab

Für viele Flüchtlinge ist ein Handynahezu überlebenswichtig. Meist ist es die einzige Möglichkeit, Kontakt zu ihrer Familie zu halten

Für viele Flüchtlinge ist ein Handynahezu überlebenswichtig. Meist ist es die einzige Möglichkeit, Kontakt zu ihrer Familie zu halten

Foto: Felix Kästle / dpa

Handy-Verträge oder Topfsets: Flüchtlinge sind oft das Ziel zwielichtiger Händler. Viele trauen sich nicht, Anzeige zu erstatten.

Rostock.  Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern registriert eine Vielzahl neuer Fälle, in denen dubiose Händler offenbar Flüchtlinge abzocken. Die „faulen Angebote“ reichten von Topfsets für 1.000 Euro bis hin zu Küchenmaschinen, berichtet die Rostocker „Ostsee-Zeitung“ .

Die meisten Flüchtlinge kämen aber wegen teurer Handy-Verträge zur Verbraucherzentrale. Oft seien es Landsleute, die den Flüchtlingen solche Verträge aufschwatzten. Wer gut Deutsch könne, weise überhöhte Forderungen zurück und stelle Strafanzeige. „Dann ist der Spuk auch meist vorbei“, sagte Matthias Wins, Jurist der Verbraucherzentrale MV.

Wenig Anzeigen: Viele Asylbewerber haben Angst vor Behörden

Nach Einschätzung von Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrates MV, gibt es eine hohe Dunkelziffer. Bevor im Flüchtlingsheim jemand Anzeige erstatte, müsse viel vergehen, sagte sie der Zeitung.

Viele Asylbewerber hätten Angst vor Ärger mit Behörden. Das werde von den Betrügern ausgenutzt. Es würden dann auch mal Prepaidkarten im Wert von zehn Euro für 40 Euro verkauft. Auch dubiose Anwälte versuchten laut Seemann-Katz, mit der Not und Unwissenheit der Flüchtlinge Geschäfte zu machen und böten ihnen überteuerte Beratungsgespräche für 500 oder 1.000 Euro an.

( epd )