Kommentar

Mehr Geld für die Leseförderung

Bereits nach der Grundschule lässt das Leseinteresse von Kindern oft stark nach, besonders bei den Jungen. Deshalb ist Leseförderung im Alter von elf bis 15 verstärkt nötig; aber auch besonders schwierig, denn mit Zwang sind Kindern erst recht nicht von den Vorteilen des Lesens zu überzeugen. Vor zwei Jahren monierten Lehrer der Lüneburger Berufsbildenden Schule I in Teilen ihrer Schülerschaft eine erschreckend geringe Lesekompetenz. Jetzt wird Unterricht mehr gemeinsam gelesen und eine Schulbibliothek eingerichtet.

Was den Schülern vielfach fehlt, ist der einfache Zugang zu Büchern. Eine Untersuchung fand heraus, dass in Haushalten von Hauptschülern häufig durchschnittlich nur zwei Bücher vorhanden sind. Dabei ist Lesen im Berufs- und Alltagsleben eine Grundfertigkeit. Wer sie beherrscht, ist im Stande sich viele Wissensgebiete zu erschließen.

Trotz der Missstände im Land sind die Investitionen in Bildung in den vergangenen Jahren in Deutschland zurückgegangen. Gaben öffentliche und private Stellen 1995 noch 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildungseinrichtungen aus, so waren es 2008 nur noch 4,8 Prozent. Nur Tschechien und die Slowakei investierten weniger in die Bildung. Auch sorgen sich die Wissenschaftler um die Situation im Grundschulbereich. Während im OECD-Durchschnitt pro Schüler 7200 Dollar im Jahr fließen, investiert Deutschland umgerechnet nur 5900 Dollar (rund 4330 Euro). Das ist zu wenig.