Kommentar

Hobby-Historiker halten dunkle Dorfgeschichte lebendig

Die Idee der Geschichtswerkstatt und von Jörn Lütjohann verdient Anerkennung und Lob. Stolpersteine gehören auch in die Dörfer.

Die Hobby-Historiker bereiten ein Projekt vor, das einen sehr wichtigen Beitrag für das Geschichtsbewusstsein auf dem Land liefert: Denn Stolpersteine gehören auch in die Dörfer.

Der Terror und die Gewalt der Nazi-Herrschaft hat nicht an den Stadtgrenzen halt gemacht. Auch auf dem Land hat das Terror-Regime gewütet. Es hat in den Dörfern ebenfalls KZ-Häftlinge, Juden, Zwangsarbeiter, Homosexuelle, Sinti und Roma, Behinderte sowie politisch Andersdenkende brutal gequält und getötet. Außerdem führten zahlreiche Todesmärsche Gefangener durchs flache Land.

Während die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig an die Opfer der NS-Zeit im Trottoir der Städte schon seit Jahren an die vielen tausend Schicksale erinnert, fehlen die Stolpersteine als Mahnmale in den Dörfern noch. Die Zeit ist reif, das zu ändern. Zumal es viele Geschichten gibt, die vielleicht bekannt sind, über die aber bislang nicht gesprochen wurde. Damit sie nicht aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen für ewig verschwinden, weil die Zeitzeugen immer weniger werden, ist Eile geboten, die Ereignisse zu erforschen und sie nachzuzeichnen.

"Nein, nein man stolpert nicht und fällt hin, man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen", sagt der Künstler Demnig über seine Stolpersteine. Ein Motto, das wunderbar passt, um die dunkelste Seite unserer Geschichte als Mahnung für nachfolgende Generationen am Leben zu halten - sowohl in der Stadt, als auch auf dem Land.