Lüneburg

Gesundheitsholding legt Erfolgsbilanz vor

| Lesedauer: 4 Minuten
Christine Weiser

Foto: christine weiser

Vier Jahre nach dem Start schreibt der Unternehmensverbund laut Geschäftsführer Sauer schwarze Zahlen und baut die Zahl der Mitarbeiter aus.

Lüneburg. "Der Umsatz steigt, der Zuspruch zu unseren Häusern ist gewachsen", sagt Rolf Sauer, Geschäftsführer der Gesundheitsholding Lüneburg und der Psychiatrischen Klinik Lüneburg bei der Vorstellung einer Bilanz nach den ersten vier Jahren. Insgesamt sei man "wirtschaftlich im grünen Bereich", sagt der Chef der Gesundheitsholding Lüneburg.

Im Juli 2007 nahm die Gesundheitsholding ihre Geschäfte als hundertprozentige Tochter der Stadt auf. Und diese Geschäfte haben sich sehr gut entwickelt. Erzielte die Holding 2007 ein Ergebnis von 1,1 Millionen Euro, werden für vergangenes Jahr etwa 2,7 Millionen Euro angegeben. Das Erfolgsrezept sieht Sauer in dem Leistungsangebot, das sehr gut zu den Ansprüchen und Bedürfnissen der Bevölkerung hier passe.

"Von der Geburt bis ins hohe Alter, von Prävention bis Akutversorgung, Rehabilitation und Pflege reicht unser Leistungsspektrum", sagt Sauer, der nicht nur gestiegene Umsätze, sondern auch auf einen deutlichen Zuwachs an Mitarbeitern vorweisen kann. Insgesamt 600 Arbeitnehmer mehr als 2007 sind heute bei den Unternehmen der Holding beschäftigt. "Erfolg lässt sich aus unserer Sicht in einer nachhaltigen Versorgung der Menschen in der Region und an der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen messen."

Unter dem Dach der Gesundheitsholding Lüneburg sind inzwischen acht verschiedene Unternehmen, die sich von der Vorsorge bis zur Rehabilitation um die Menschen aus der Region kümmern. Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Lüneburg nennt Beispiele für die Kooperation unter dem Dach der Holding. "Unsere psychosoziale Betreuung nach der Diagnose Krebs durch Mitarbeiter der Psychiatrischen Klinik ist einzigartig. Es gibt nur wenige Zentren in Deutschland, die so etwas anbieten können." Bewährt habe sich auch die Zusammenarbeit mit der Orthoklinik. Während ältere Patienten mit multiplen Erkrankungen häufig besser im Städtischen Klinikum betreut werden können, sind jüngere Patienten zur Rehabilitation besser in der Orthoklinik aufgehoben. "Diese Verbindungen müsste man sonst aufbauen", sagt Moormann.

In allen Unternehmen der Holding aktiv sind die Mitarbeiter der Klinikum Service GmbH. Sie kümmern sich um die Reinigung der Gebäude, um die Essensversorgung der Patienten und um den Transport. "Unsere Geschäftsfelder haben sich seit der Gründung immer mehr erweitert", sagt Geschäftsführer Ekkhard Meyer. "Wir wollten innerhalb der Holding wieder mehr Aufgaben selbst wahrnehmen und damit Arbeitsplätze sichern." Seit 2007 habe sich die Mitarbeiterzahl von 78 auf 210 verdreifacht.

Eines der jüngsten Unternehmen im Verbund der Gesundheitsholding ist die Orthoklinik. "Unsere Patienten kommen nicht nur aus der Region. Unser Ruf ist überregional. Im vergangenen Jahr kamen 150 Patienten von Flensburg bis München zu uns. Das sind immerhin 15 Prozent", sagt der Geschäftsführer der Orthoklinik, Klaus-Peter Schreiber. Vor einem Jahr kaufte die Holding die Fachklinik für Orthopädische und Rheumatologische Chirurgie, obwohl sie etwa 186.000 Euro Verlust im Jahr eingefahren hat. "Für dieses Jahr sind wir aber zuversichtlich, dass dort eine schwarze Null stehen wird", sagt Holdingchef Sauer. Seiner Ansicht nach passe die Orthoklinik gut ins Konzept, außerdem sieht er großes wirtschaftliches Potenzial in der Klinik.

Neben der Versorgung von Patienten ist die Prävention eine wichtige Säule im Konzept der Gesundheitsholding. Dazu gehören auch die Angebote der Salztherme Lüneburg, die zu 94 Prozent der Holding gehört, die übrigen sechs Prozent hält die Stadt. "Mit der Holding im Rücken kann man ganz anders auftreten", sagt Salü-Geschäftsführer Dirk Günther. "Denn das Land schaut sehr genau auf die Bäderlandschaft. Die Kommunen müssen Defizite der Bäder ausgleichen, sonst droht die Schließung. Wir konnten gerade das Sportbad für drei Millionen sanieren, weil in der Holding alle davon überzeugt sind, wie wichtig unsere Angebot ist." Neben dem Babyschwimmen für Säuglinge soll demnächst ein Konzept erarbeitet werden, wie auch pflegebedürftige Senioren in den Genuss von Bewegungsangeboten im Becken des Salüs kommen können.

Heiko Zellmer, Geschäftführer der Tagesklinik am Kurpark beschreibt die praktischen Vorteile, die sich für das Unternehmen durch die Kooperation in dem Verbund ergeben. "Wir als kleines Unternehmen können auf die Pressearbeit und der juristischen Beratung der Holding zurückgreifen. Das hilft uns sehr." Zukünftig soll ein die Service GmbH auch in der Tagesklinik die Essensversorgung sicherstellen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lüneburg