IHK profitiert vom Ende der Krise

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Carolin George

Kammer schließt das Jahr 2010 positiv ab und rechnet mit 1,5 Millionen Euro Überschuss für 2011

Lüneburg. "Die regionale Wirtschaft ist sehr gut durch die Krise gekommen und hat eine gute Ertragssituation." Das sagte Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, gestern bei der Vorstellung der Kammerbilanz 2010. Auch die IHK selbst blickt optimistisch in die Zukunft und rechnet mit einem Überschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro für 2011. Das vergangene Jahr schloss die IHK mit 11 000 Euro Gewinn ab.

Die Zahl ist das Ergebnis zahlreicher Umschichtungen innerhalb der Bilanz. So stand unter dem Strich ursprünglich ein Jahresergebnis von mehr als drei Millionen Euro. Laut Beschluss der Vollversammlung wird die Summe dafür genutzt, ab sofort sämtliche Pensionsrückstellungen der Kammer in der Bilanz abzubilden - eigentlich sollte das bis 2023 in Jahresraten geschehen.

"Es war eine spürbare Erleichterung bei allen Beteiligten zu spüren", sagte Michael Zeinert über die Sitzung am Dienstag. 5,8 Millionen Euro waren für den Schritt notwendig, die fehlenden 2,8 Millionen Euro verschob die Kammer aus der angesparten Rücklage in die Pensionsrückstellungen. Sie betragen nun rund 22 Millionen Euro - bei einer Bilanzsumme von 31,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote liegt mit 18,4 Prozent entsprechend weit unter dem Durchschnitt anderer Kammern von 55,5 Prozent, gab Zeinert zu: "Da besteht Nachholbedarf in den nächsten Jahren."

Den Abschluss 2011 aber kommentierte der Hauptgeschäftsführer mit "voller Freude". Noch vor einem Jahr hatte er mit einem Verlust von 230 000 Euro für 2010 gerechnet. Obwohl die Neuordnung der betrieblichen Altersversorgung statt der geplanten zwei Millionen Euro nur 680 000 Euro eingespart hat, kamen durch Beiträge zwei Millionen Euro mehr in die Kasse als prognostiziert. Ein Zeichen dafür, dass die Unternehmen im vergangenen Jahr bessere Geschäfte gemacht haben als aus der Sicht von 2009 gedacht.

Weitere 530 000 Euro gelangten auf die Einnahmen-Seite, indem Rückstellungen für (mittlerweile beendete) Rechtsstreite in Zusammenhang mit der Altersversorgung aufgelöst, Personalkosten eingespart und mehr Entgelte für Seminare erzielt wurden.

Die Kammer wolle den Kurs der "verbesserten Transparenz über die Finanzen" fortsetzen, kündigte Zeinert an, und weiter daran arbeiten, Kosten zu senken. Seit Mitte der 1990er-Jahre habe die IHK ihre Beiträge nicht erhöht, und: "Wir können für die absehbare Zukunft Beitragsstabilität versprechen. Entsprechende Befürchtungen sind nicht eingetreten."

www.ihk-lueneburg.de/finanzen

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