Lüneburg

Autobahn zwischen Lüneburg und Wolfsburg wird unterirdisch

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Elke Schneefuß

Zum Schutz der Anwohner vor Lärm und Abgasen soll die Trasse bei Moorfeld einen Deckel erhalten.

Lüneburg. Nach langem Kampf der Bürgerinitiativen gegen die A 39 kam gestern ein entscheidendes Signal aus Berlin: Die geplante Autobahn zwischen Lüneburg und Wolfsburg soll in Höhe des Stadtteils Moorfeld auf 400 Metern Länge zum Tunnel werden. Gegen die geplante Verkehrsader hatte es zuvor lang anhaltenden Widerstand gegeben: Gegner sehen kaum einen wirtschaftlichen Nutzen, aber hohe Umweltbelastungen in der A 39.

Jetzt gibt es eine neue Wendung in der Planung: Nach Auskunft des Bundestagsabgeordneten Eckhard Pols (CDU) hat das Bundesverkehrsministerium der Untertunnelung der Strecke aus immissionstechnischen, wirtschaftlichen und städteplanerischen Gründen zugestimmt: "Ich bin froh, dass wir mit der Mitteilung des Ministeriums nunmehr die Forderung der Anwohner erfüllt haben. Der Tunnel ist aus meiner Sicht die umfangreichste Maßnahme gegen den Lärm. Hier haben alle Fraktionskollegen aus Nordostniedersachsen an einem Strang gezogen", sagt Pols.

Das Land soll in der kommenden Woche grünes Licht für die Tunnelplanung aus Berlin erhalten - damit sieht Pols eine weitere Hürde auf dem Weg zur A 39 genommen.

Freude über die Entscheidung herrscht auch bei Andrea Schröder-Ehlers, Landtagsabgeordnete der SPD: "Es ist schön, dass der Einstieg in die Tunnellösung geschafft ist. Allerdings ist das keine neue Idee. Wir haben uns schon unter Bundesverkehrsminister Tiefensee darum bemüht."

Kritik kommt weiterhin von Friedhelm Feldhaus, Vorstandsmitglied der BI Lebensberg und Sprecher der Dachverbandes der Bürgerinitiativen gegen die A 39: "Der Tunnel ist ein Erfolg für die Bürgerinitiativen - wenn er denn gebaut wird. Mit der Tunnellösung kommen nämlich erhebliche neue Kosten auf das Projekt zu. Die Planung der A 39 hat sowieso große Kostenlöcher. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vorhabens steigt mit dem Tunnel nicht, aber aus Sicht der Anwohner ist diese Lösung zu begrüßen", sagt Feldhaus.

Für nicht ausreichend hält Frank Kracht, Sprecher der BI Lüne und Moorfeld, die Tunnellösung: "Die 400 Meter Tunnel sind zu wenig, der Bereich südlich der Erbstorfer Landstraße wird nicht abgedeckt. Außerdem geht es ja nicht nur um Lärm, es geht auch um Feinstaub. Die A 39 lehnen wir weiter ab - sie zieht zu viel Verkehr an."

Zufrieden ist dagegen Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) mit der neuen Entwicklung: "Mit der Tunnellösung haben wir uns durchgesetzt gegen die Besserwisser in der Region. Es zeigt sich, dass nur gewinnen kann, wer keine Mühe scheut, dicke Bretter zu bohren. Ich danke allen in der Region, die den Landrat und mich so effektiv unterstützt haben bei unseren zahlreichen Gesprächen mit Bundesverkehrsminister Tiefensee - vor allem unserer ehemaligen Bundestagsabgeordneten Hedi Wegener."

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