Kommentar: Mindestlohndebatte

Mehr soziale Gerechtigkeit bitte

Wenn auf der einen Seite Managern trotz schwerer Verlustgeschäfte millionenschwere Boni ausgezahlt werden, und andere Vollzeitbeschäftigte von ihrem Monatsverdienst nicht leben können, stimmt etwas nicht mit dem System. Dazu braucht es keine Wirtschaftsexperten.

Es genügt, in sich hineinzuhorchen und das eigene Gewissen zu befragen. Offenbar haben das auch die Menschen im Saarland und in Thüringen vor dem jüngsten Urnengang bei den Landtagswahlen getan. Herbe Verluste für die CDU und ein deutliches Plus bei den Linken lassen rot-rote Fantasien blühen - zumindest auf Länderebene. Aber unabhängig von möglichen Koalitionen haben die Wähler ein klares Signal an die Politik gesendet: Mehr soziale Gerechtigkeit bitte! Und dazu gehört auch ein Mindestlohn. Dabei geht es nicht bloß um Geld, sondern um dessen Verknüpfung mit Arbeit, Würde und Zukunftschancen. Wir benötigen politische Konzepte, die alle Faktoren berücksichtigen.