Tourismus: Trotz guter Zahlen bleiben Finanzsorgen

Die Marketing GmbH ist jetzt in der Gewinnzone

| Lesedauer: 2 Minuten
Carolin George

Lüneburg hat immer mehr Besucher. Vor allem Tagesgäste aus Hamburg und Umgebung sollen gelockt werden.

Lüneburg. - Mit einem Überschuss von rund 48 000 Euro hat die Lüneburg Marketing GmbH das Jahr 2008 abgeschlossen. Die Erlöse aus den Bereichen Tourist-Service, Veranstaltungen, City Management und Werbung haben erstmals die Marke von einer Million Euro erreicht. Zu verdanken sind die positiven Zahlen den gestiegenen Besucherzahlen.

2007 hatte die Marketing GmbH noch mit einem Minus von 22 000 Euro abgeschlossen, doch nach strikten Sparmaßnahmen und deutlich höheren Umsätzen schaffte die Gesellschaft laut Lagebericht 2008 im dritten Quartal den Umschwung.

Insgesamt rund 160 000 Besucher zählte die Marketing GmbH bei ihren Veranstaltungen Rocknacht, BiRadlon, Nacht der Museen, Hansemark, Stadtfest, Kinderfest, Nacht der Romantik, Sülfmeistertage und Nacht der Clubs.

Um zehn Prozent gestiegen ist die Anzahl der Rathausbesucher im Vergleich zu 2007, die Zahl der Übernachtungen in der Stadt Lüneburg lag 2008 um 2,9 Prozent höher als 2007: 253 000. Davon profitiert die Marketing GmbH bei der Vermittlung von Unterkünften, außerdem wurden mehr Souvenirs verkauft und mehr Stadtführungen gebucht.

Für die Zukunft will Geschäftsführer Jürgen Wolf noch mehr Tagesgäste aus der Metropolregion Hamburg nach Lüneburg holen, Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise schätzt Wolf laut Lagebericht als "nicht gravierend" ein.

Sorgen bereitet Wolf allerdings die künftige Finanzierung der Gesellschaft, denn eine "mittelfristige Zusicherung von Zuschüssen von Seiten der Gesellschafter gibt es bisher "überwiegend nicht". So rechnet der Geschäftsführer auch damit, dass die Stadt wegen Einsparzwängen ihren Anteil reduzieren könnte. Zudem hat die Wirtschaftsförderungs-GmbH für Stadt und Landkreis Lüneburg ab 2009 ihren Zuschuss von 96 000 Euro gestrichen. Die Sparkasse Lüneburg springt zwar mit 75 000 Euro ein. Mehr sparen als bereits geschehen kann Wolf nach eigenen Angaben aber nicht: Die Aufgaben der GmbH seien "personalintensiv und damit kostensteigernd. Bei den Betriebskosten sind die wesentlichen Einsparmöglichkeiten ausgeschöpft."

Zudem wartet die GmbH noch immer auf die abschließende Klärung von umsatzsteuerlichen Fragen. Ein außergerichtliches Rechtsbehelfsverfahren mit dem Finanzamt ist anhängig, möglicherweise kommen 40 000 Euro Nachzahlungen an Umsatzsteuer auf die Gesellschaft zu. Der Bescheid ist laut Wolf aber "rechtlich zweifelhaft", zurückgestellt sind dafür in der Bilanz 20 000 Euro.

Neue Gesellschafter der Lüneburg Marketing GmbH seit März dieses Jahres sind die Gemeinde Adendorf und die Samtgemeinde Bardowick.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Lüneburg