Landtagswahl

Omas gegen Rechts rufen zur Wahl im Norden auf

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Omas gegen Rechts rufen in Schwarzenbek auf dem Wochenmarkt zur Teilnahme an der Landtagswahl auf v. l.): Ellen Ancot (65, Sterley), Heike Grahlmann (66, Büchen) und Ulrike Lappat (68, Groß Sarau)                                                                                      

Omas gegen Rechts rufen in Schwarzenbek auf dem Wochenmarkt zur Teilnahme an der Landtagswahl auf v. l.): Ellen Ancot (65, Sterley), Heike Grahlmann (66, Büchen) und Ulrike Lappat (68, Groß Sarau)                                                                                      

Foto: Stefan Huhndorf

Damit die Extremisten im Herzogtum Lauenburg nicht erstarken, sollen möglichst viele Menschen zur Wahl gehen, fordern die „Omas“.

Schwarzenbek. „Nie wieder Rechtsextremismus.“ Das ist die Devise der mittlerweile 30 Omas gegen Rechts. Seit drei Jahren gibt es die Gruppierung, die sich gegen einen Wiedererstarken von nationalistischen Tendenzen einsetzt. „Jeder Mensch, der nicht zur Landtagswahl geht, stärkt Extremisten wie die AfD. Das wollen wir verhindern“, sagt Ulrike Lappat. Die 68-Jährige aus Groß Sarau warb gestern auf dem Schwarzenbeker Wochenmarkt gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Ellen Ancot (65) aus Sterley und Heike Grahlmann (66) aus Büchen für ein Hingehen zur Wahl am 8. Mai.

„Wir haben den Zweiten Weltkrieg und das Nazi-Regime nicht mehr selbst erlebt. Aber unsere Eltern haben uns davon erzählt. So etwas darf nie wieder passieren. Wir wollen nicht, dass unsere Enkel uns fragen, warum wir nicht gegen ein Wiedererstarken nationalistischer Tendenzen angetreten sind“, sagt Heike Grahlmann.

Gruppierung in Schwarzenbek vor drei Jahren gegründet

Die ehemalige Gleichstellungs­beauftragte des Kreises Herzogtum Lauenburg, Elke Hagenah, hatte die Omas gegen Rechts vor drei Jahren gegründet. Mittlerweile gibt es im Herzogtum zwei Gruppen im Norden und im Süden, die sich aktiv gegen Extremismus einsetzen.

Unter anderem machten die Frauen jetzt gegen die „Spaziergänger“ gegen die Corona-Vorschriften mobil, unter denen sich viele so genannte Querdenker befinden.

Aufruf zur hohen Wahlbeteiligung

Mit ihrer aktuellen Aktion wollen die „Omas“ für eine möglichst hohe Beteiligung an der Landtagswahl werben. „Wir haben bei diversen Gesprächen festgestellt, dass es eine gewisse Politikverdrossenheit gibt. Viele Menschen wissen nicht, wen sie wählen sollen. Aber Nicht-Wählen ist der falsche Weg, weil damit Extremisten gestärkt werden“, betont Ellen Ancot.

Omas gegen Rechts wurde 2017 von Susanne Scholl und der pensionierten Pfarrerin Monika Salzer in Wien gegründet. Seit Frühjahr 2018 ist die Initiative auch in Deutschland aktiv. Das Bündnis ist in über 70 Städten aktiv und hat 100 Regionalgruppen.

( sh )