Naturschutz

In Mauerritzen fühlen sich die Kräuter wohl

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Ulrike Stüber vom Fachdienst Umwelt der Stadt Geesthacht an einer Trockenmauer. 

Ulrike Stüber vom Fachdienst Umwelt der Stadt Geesthacht an einer Trockenmauer. 

Foto: Stadt Geesthacht

In der Serie „Naturnahe Gartengestaltung“ geht es diesmal um Trockenmauern und Gewürzpflanzen von Thymian bis Basilikum.

Geesthacht. Insekten haben für das Ökosystem eine enorme Bedeutung. Die Stadt Geesthacht und unsere Zeitung wollen dem Artenschwund etwas entgegensetzen und geben in einer Serie Tipps für eine naturnahe Gartengestaltung. Heute geht es um zwei Gestaltungselemente, die gemeinsam ein gutes Team bilden: Trockenmauern und Kräuter. Eine Broschüre zur Gartengestaltung gibt es im Rathaus.

Einige Steine, etwas Erde – fertig ist ein Paradies für Insekten. Naturstein- und Trockenmauern sind für die Förderung von Artenvielfalt in Gärten in mehrfacher Hinsicht interessant. „Verwenden Sie etwas Zeit auf die Planung des Gartens und betten Sie die Pflanzen, die sich ohnehin ihren Weg suchen, gleich in ihre Pläne ein“, empfiehlt Ulrike Stüber.

Angebot an Nahrungspflanzen und Unterschlupfmöglichkeiten für Tiere

Eine gute Möglichkeit sind die Naturstein- und Trockenmauern. Kräuter gedeihen auf den Mauern sehr gut. Aber was macht Trockenmauern und Natursteinmauern aus? Ihre Fugen und Fundamente sind nicht mit Mörtel oder Beton verfüllt, sondern allenfalls mit einer Lehmmischung. Im Garten lassen sich durch die Mauern wunderbar Räume abgrenzen oder Höhenunterschiede markieren. Aufgeschichtet können auch alte Pflasterplatten, Feldsteine oder Dachpfannen eine neue Funktion erhalten und ganz nebenbei Unterschlupfmöglichkeiten für viele Tierarten bieten.

Im Garten sehr beliebt sind Kräuterspiralen. Wie ein Schneckengehäuse wachsen Steinmauern zur Mitte in die Höhe, werden mit nährstoffarmen Substrat verfüllt und mit verschiedenen Kräutern bepflanzt. „Damit schafft man auf kleiner Fläche ein vielfältiges Angebot an Nahrungspflanzen und Unterschlupfmöglichkeiten“, erklärt Stüber. So eine Kräuterspirale könne zu jeder Jahreszeit gebaut und bepflanzt werden. Einzige Voraussetzung: Die Temperaturen sollten über dem Gefrierpunkt liegen.

Wärmespeicherung durch Steine kommt vielen Pflanzen gelegen

Eine Alternative mit noch weniger Aufwand für die Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner sind Lesesteinhaufen. An einem sonnigen, windgeschützten Platz bieten sie Sonnenplätze und Winterquartiere für viele Tierarten. Stüber: „Auf einen Lesesteinhaufen können Steine wandern, für die es gerade keine Verwendung gibt, Steine aus dem Urlaub, überzählige Pflastersteine oder auch zerbrochene Pflanztöpfe aus Ton und Keramik.“

Aber warum sind Steine und Kräuter so ein gutes Team? Kräuter haben meist keine hohen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit, aber sie mögen es warm. Die sonnige, exponierte Lage auf den Mauern sowie die Wärmespeicherung durch die Steine kommt vielen Kräutern daher sehr gelegen. Zu diesen sogenannten mediterranen Kräutern, von denen ein Großteil auch in der Küche verwendet wird, zählen beispielsweise Thymian, Lavendel, Majoran, Oregano oder Rosmarin.

Schnittlauch und Pfefferminze mögen keine extreme Sonne

Schnittlauch und Pfefferminze gedeihen ebenfalls auf trockenen Böden, dürfen aber keiner extremen Sonne ausgesetzt sein. Petersilie, Bärlauch, Dill, Estragon, Basilikum und Melisse gedeihen auch auf feuchten Böden. Die Blühzeiten der Kräuter decken Frühjahr bis Herbst ab und bieten Insekten so ganzjährig Nahrungsquellen.

( cus/bz )