Ausbildungsmarkt

Schwarzenbeker Jugend bringt frische Ideen in das Rathaus

| Lesedauer: 4 Minuten
Stefan Huhndorf
Das sind die neuen Azubis und Bufdis in Schwarzenbeks Rathaus: Ausbildungsleiterin Britta Lüdtke (l.) und Bürgermeister Norbert Lütjens (o. r.) freuen sich über die Unterstützung durch Lukas Born, Stella Tsagkalidis, Lea Wilhelm, Katja Baß und Markus Thiede.

Das sind die neuen Azubis und Bufdis in Schwarzenbeks Rathaus: Ausbildungsleiterin Britta Lüdtke (l.) und Bürgermeister Norbert Lütjens (o. r.) freuen sich über die Unterstützung durch Lukas Born, Stella Tsagkalidis, Lea Wilhelm, Katja Baß und Markus Thiede.

Foto: Stefan Huhndorf

Fachkräftemangel ist auch in den Verwaltungen ein großes Thema. Deswegen bilden immer mehr Kommunen selbst ihren Nachwuchs aus.

Schwarzenbek.  Fachkräftemangel ist ein großes Thema nicht nur in der freien Wirtschaft, sondern auch in den Verwaltungen. Deshalb versuchen Kommunen und öffentliche Dienstleister gegenzusteuern, indem sie ihren eigenen Nachwuchs ausbilden.

So hat beispielsweise die Kreissparkasse zum Monatsbeginn zehn neue Azubis begrüßen können, in der Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg starteten 14 Nachwuchskräfte. Auch im Schwarzenbeker Rathaus gingen drei Auszubildende sowie drei Absolventen des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdis) an den Start.

Verwaltung: Ausbildungsangebote werden immer breiter gefächert

Wie auch in der freien Wirtschaft wird es immer schwieriger für die Kommunalverwaltungen, die passenden Bewerberinnen und Bewerber zu finden. „Es gibt einen Wettbewerb um die Fachkräfte. Dem steuern wir mit einem immer breiter gefächerten Angebot an Ausbildungsplätzen entgegen“, sagt Britta Lüdtke, Ausbildungsleiterin im Schwarzenbeker Rathaus.

Während früher im Rathaus der Europastadt ausschließlich Verwaltungsfachangestellte ausgebildet wurden, gibt es jetzt auch Fachinformatiker, Abwassertechniker, Fachangestellte für Medien oder ein Duales Studium für Public Administration. Auch in der Kreisverwaltung wird die Ausbildung immer weiter gefächert. Erstmals gibt es dort einen Volontär im Kreismuseum und zwei Duale Studenten im Bereich Soziale Arbeit.

Großer Bedarf: Einige Kreismitarbeiter gehen demnächst in den Ruhestand

„In diesen Bereichen ist es in der Vergangenheit immer schwerer geworden, geeignete Bewerberinnen und Bewerber für die freien Stellen in der Verwaltung zu finden,“ berichtet Kristin Meyer, Ausbildungsleiterin der Kreisverwaltung. „Diesem Mangel wollen wir mit den neu geschaffenen Ausbildungsstellen nun begegnen.“

Bei der Begrüßung der neuen Kreismitarbeiter hat Landrat Dr. Christoph Mager betont, dass alle sehr gute Aussichten hätten, nach Abschluss der Ausbildung übernommen zu werden. „Abgesehen davon, dass in den nächsten Jahren sehr viele Kolleginnen und Kollegen auf allen Ebenen in den Ruhestand treten werden, gibt es auch eine recht große Fluktuation bei den Mitarbeitenden“, erklärt der Jurist.

Verwaltungen konkurrieren auch untereinander um gute Bewerber

Schwarzenbeks Bürgermeister Norbert Lütjens räumt unumwunden ein, dass es mittlerweile auch im öffentlichen Dienst einen Wettbewerb um die Bewerber gibt. Deshalb sei die Ausbildung von eigenem Nachwuchs auf allen Ebenen enorm wichtig. Ein weiterer Faktor sei aber auch der Wandel, der von der „verstaubten Verwaltung“ zu einem modernen Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger vollzogen werde.

„Junge Menschen bringen frische Ideen und haben einen ganz anderen Blick auf die Abläufe. Genau das brauchen wir angesichts der anstehenden Veränderungen durch Digitalisierung und die Reform unserer Verwaltung“, sagte der Schwarzenbeker Verwaltungschef. Aktuell steht im Schwarzenbeker Rathaus mit 165 Beschäftigten – einschließlich der Außenstellen wie Eigenbetrieben für Abwasser, Wasserversorgung, Bauhof und Schulen – ein großer Wandel an, der auch durch die Corona-Pandemie beschleunigt wurde.

Junge Kräfte sollen helfen, die Digitalisierung voranzutreiben

„Wir treiben die Digitalisierung sowohl im Haus durch mehr Videokonferenzen und Homeoffice-Angeboten für die Mitarbeiter als auch durch die digitale Vergabe von Terminen und die Auftragsabwicklung voran“, so Lütjens. Aber auch die Strukturen ändern sich.

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„Wir arbeiten stärker in Teams, die fachbereichsübergreifend bestimmte Themen betreuen. Auch dabei werden unsere neuen Auszubildenden voll eingebunden und können diese Prozesse mit vorantreiben“, so der Bürgermeister.

Neun Azubis und drei Bufdis arbeiten im Rathaus

Insgesamt sind im Rathaus neun Auszubildende in verschiedenen Stadien der Ausbildung beschäftigt. In diesem Jahr sind neu die beiden Verwaltungsfachangestellten Stella Tsagkalidis und Lea Wilhelm sowie Fachinformatiker Markus Thiede hinzu gekommen.

Das Trio wird ergänzt durch die Bufdis Lukas Born und Janina Bogomil, die in den beiden Grundschulen der Stadt Schüler betreuen. Als Bufdi engagiert sich Katja Baß, die ein Jahr lang das Team der Stadtbücherei unterstützen wird.