Corona-Infektion

Schwarzenbeks Sportler trauern um Rainer Mucha

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Stefan Huhndorf
So kannten ihn die Schwarzenbeker: Rainer Mucha bei einer organisierten Radtour des TSV Schwarzenbek am alten Markt.

So kannten ihn die Schwarzenbeker: Rainer Mucha bei einer organisierten Radtour des TSV Schwarzenbek am alten Markt.

Foto: Anne Passow

Der ehemalige Vize-Vorsitzende und Leiter der Radsportabteilung stirbt im Alter von 77 Jahren. Er war „ein Riesenmotor des TSV“.

Schwarzenbek. Rainer Mucha war ein engagierter Kämpfer für den Sport und bis zu seinem Tod ein begeisterter Radfahrer. Trotz seines Alters war der pensionierte Beamte topfit. Der Schwarzenbeker verstarb am 28. April im Alter von 77 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit an den Folgen einer ­Corona-Infektion. „Wir hatten noch so viel vor“, schreiben seine Angehörigen in der Traueranzeige.

„Ich habe Rainer bereits in meiner Zeit als FSJler im Jahr 2008 kennengelernt. Er hat dafür gesorgt, dass die Geschäftsstelle gestärkt wurde und ich als zweiter Geschäftsführer eingestellt wurde“, erinnert sich Florian Leibold, Geschäftsführer des TSV Schwarzenbek: „Rainer hat sich immer wieder vehement für die Strukturen und Satzungen eingesetzt. Er war ein Riesenmotor des TSV, der viele Jahrzehnte ehrenamtlich als Wächter im Hintergrund fungiert hat.“

Nach schwerer Corona-Infektion: Schwarzenbeker Rainer Mucha gestorben

Im Jahr 2010 hat Rainer Mucha dafür gesorgt, dass nach dem Führungsvakuum durch den Weggang des damaligen Vorsitzenden Jürgen Krüger der Rechtsanwalt Peter Stimper den Vereinsvorsitz übernahm. Mucha als kommissarischer Vorsitzender und der damalige Beisitzer Hans-Peter Küter hatten den Juristen zur Kandidatur überredet.

„Ich konnte mich immer auf Rainer verlassen und hatte absolutes Vertrauen zu ihm. Er war sehr genau. Er wurde ein Freund. Sein Tod schockiert uns alle“, sagt Peter Stimper. Mucha habe ihm den Rücken gestärkt, „als ich als Fremder die Leitung des größten Vereins der Stadt übernommen habe. Der TSV war ihm extrem wichtig.“

Die Mitte der 1990er-Jahre eingeführte Sportlerehrung geht auf ihn zurück

Rainer Mucha war zwölf Jahre lang Leiter der Radsportabteilung des TSV sowie insgesamt acht Jahre stellvertretender Vorsitzender des Großvereins mit rund 2000 Mitgliedern. Er hat auch Mitte der 1990er-Jahre die Sportlerehrung in Schwarzenbek eingeführt und viele Entscheidungen in der Stadt aktiv begleitet. Bis 2017 gestaltete er die Arbeit des TSV aktiv mit.

Dann legte der pensionierte Verwaltungsleiter der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Lohbrügge seine Ämter nach und nach nieder, um mehr Zeit für seine acht Enkel und seine Partnerin Ulrike Schip zu haben.

„Rainer war sehr genau und legte auch den Finger in die Wunde“

Beteiligt hat er sich nach wie vor. Sei es bei den Protesten des TSV, als dem Verein die Sandfläche an der Buschkoppel für den Neubau der Kita Kichererbse weggenommen werden sollte oder bei der Diskussion um die Gebühren für die Hallennutzung durch den TSV. 2020 war er Teil einer Delegation, die nach Berlin reiste, als der Sportverein dort die Auszeichnung „Sterne des Sports“ für den Imagefilm „#wersindwir“ von Regisseur Malte Goy über den Verein und das Engagement im Bereich Inklusion und Integration erhielt.

Aber auch mit der Stadt hat Rainer Mucha an mancher Stelle heftig um das sogenannte Straßenbegleitgrün gefochten, als er vor seinem Haus an der Lauenburger Straße Stockrosen auf dem Seitenstreifen liebevoll groß zog, die dann von Mitarbeitern des Bauhofes zurückgeschnitten wurden, weil sie als Sichtbehinderung eingestuft wurden.

Mucha setzte sich bei der Stadt vehement für Dinge ein, die ihm wichtig waren

„Rainer war sehr genau und legte auch den Finger in die Wunde. Er setzte sich für die Dinge ein, die ihm wichtig waren“, erinnert sich Peter Stimper. So war es beispielsweise auch bei dem Dauerbrennerproblem mit den mittlerweile sanierten Fahrstühlen an der Unterführung am Schwarzenbeker Bahnhof. Sie waren oft defekt. Dann mussten Mucha und seine Partnerin ihre Räder häufig über die Stufen schieben, wenn sie zu größeren Touren im norddeutschen Raum aufbrachen.

Mittlerweile sind die Fahrstühle erneuert und seit wenigen Wochen in Betrieb. Damit ist zumindest dieses Problem gelöst – ganz im Sinne von Rainer Mucha.